GM-Allianz: Zehn Milliarden Dollar Einsparpotenzial

Die Spekulationen um eine Fortsetzung der Kooperationspläne zwischen General Motors (GM) und Renault-Nissan erhalten neue Nahrung. Wie "Auto, Motor und Sport" in seiner Online-Ausgabe berichtet, geht Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn von einem Einsparpotenzial von zehn Milliarden Dollar jährlich aus. Starke Argumente für eine Allianz, die in den letzten Wochen immer wieder in Frage gestellt wurde.

Die Frage, ob es zu einer Kooperation zwischen den Verhandlungspartnern kommt, war immer wieder Thema in den Medien. Bereits nach einer Übergangsphase von fünf Jahren, bis die Entwicklungs- und Produktionsprozesse der beiden Konzerne aufeinander angestimmt sind, sollen die wahren Potenziale einer Allianz greifen. Das denkt Ghosn, während GM sich über die Zahlen ausschweigt. Das zeigt auch das Nachrichtengemenge der vergangenen Tage: Während Ghosn plant, analysiert und drängt, ist aus der GM-Zentrale nichts zu hören.

Ghosn sagte gestern, es sei klar erkennbar, dass Synergien möglich seien. Allerdings komme eine Kooperation nur in Frage, wenn eine stabile Allianz ohne Schwächung eines Partners zustande komme. Er bringt die Vorteile einer Allianz aufs Papier, warnt aber gleichzeitig vor einem schnellem Ende der Verhandlungen. Ende vergangener Woche hatten US-Medien berichtet, eine mögliche Allianz zwischen dem US-Autoriesen und dem französisch-japanischen Konzern stehe vor dem Aus. Die Unternehmen hatten Mitte Juli Verhandlungen über eine Kooperation begonnen und sich 90 Tage zur Prüfung einer Allianz eingeräumt. Weil die Restrukturierungspläne von GM schneller greifen als erwartet, sei eine Zusammenarbeit nicht mehr interessant, hieß es.

Jetzt sollen abschließende Gespräche am Rande des Pariser Autosalons stattfinden. Während GM wohl nur an einer Zusammenarbeit an einzelnen Baureihen interessiert ist, durchleuchtet Ghosn systematisch alle Unternehmensteile auf Möglichkeiten der Kooperation. Möglicherweise rückt jetzt wieder das Interesse von Ford an einer Kooperation mit Renault-Nissan in den Mittelpunkt. Die krisengeschüttelte Nummer zwei auf dem US-Markt hatte Renault Medienberichten zufolge eine Allianz vorgeschlagen, falls die Verhandlungen mit GM über eine Kooperation scheitern. (ar/sb) Letzte Änderung: 27.09.2006









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