GM-Europachef Forster sieht 2006 als "Meilenstein"

GM-Europachef Carl-Peter Forster hat das Jahr 2006 als "Meilenstein" für das Unternehmen bezeichnet. "Die ersten neun Monate des zurückliegenden Jahres konnten wir nach Steuern mit einem Gewinn von 196 Millionen Dollar abschließen. Die Quartalszahlen für das vierte Quartal liegen noch nicht vor. Ich kann aber bereits sagen, dass 2006 für uns ein enorm wichtiger Schritt war, ein Meilenstein. Es zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Kurs befinden", sagte Forster dem Online-Dienst "Autogazette.de".

Als Grund für diesen Erfolg sieht Forster zum einen den Sparkurs, der "etwa 50 Prozent der Verbesserung unserer finanziellen Situation ausgemacht" hat. "Umsatz- und Margenverbesserungen machen die anderen 50 Prozent aus und sind eine sehr nachhaltige Basis für den zukünftigen Erfolg." Zum erzielten Ertrag pro Auto wollte sich Forster nicht äußern. "Die genaue Zahl will ich aus Wettbewerbsgründen nicht verraten. Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Marke Opel ihre Preisposition zum unmittelbaren Wettbewerb über die letzten Jahre verbessern konnte. Eine einprozentige Netto-Preis-Steigerung bedeutet für Opel eine Verbesserung von 215 Millionen Dollar vor Steuern. Die Marke gewinnt an Attraktivität, entsprechend müssen wir weniger Rabatte geben und können mehr vom Netto-Preis für uns behalten", sagte er. Mit Blick auf den Opel Astra GTC verriet Forster jedoch, dass man dieses Modell "im Schnitt für 5000 Euro mehr verkauft" als den dreitürigen Vorgänger.

Nach über zwei Millionen abgesetzten Fahrzeugen in 2006 erwartet Forster für 2007 einen noch höheren Absatz. "Wie hoch er genau sein wird, können wir noch nicht genau einschätzen. Doch der Absatz allein ist gar nicht so wichtig, weil wir in Westeuropa auf eine ergebnismaximierende Balance zwischen Volumen und Preisposition setzen. Da kann es sein, dass ein paar tausend weniger abgesetzte Autos eine bessere Ertragssituation bringen. Das sieht man beim Flottengeschäft, das wir zurückgefahren und damit unsere Marge verbessert haben."

Dass Opel im zurückliegenden Jahr Absatz- und Marktanteile einbüßte, besorgt Forster nicht. "Denn die Ergebnisseite zeigt, dass die Marke Opel auf dem richtigen Weg ist. Die Marke Opel darf wieder etwas wertiger sein. Wir müssen nicht ausschließlich das Verkaufsvolumen pushen, sondern können die Wertigkeit der Marke betonen", so Forster gegenüber "Autogazette.de". "Wenn wir deshalb Marktanteile verlieren, weil wir das Flottengeschäft reduzieren, beunruhigt mich das ganz und gar nicht", fügte er hinzu. Dass Opel den Astra Ende des Jahres unter dem Namen Saturn auf den US-Markt bringen wird, bezeichnete Forster als "eine klassische Win-Win-Situation".

Mit Blick auf die von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas angestoßene Diskussion, den CO2-Ausstoß bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer zu reduzieren, stellte Forster fest, dass die Autoindustrie klar zu ihrem Bekenntnis stehe, den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren. "Es geht nicht um das ob, sondern darum, wie wir es tun wollen. Herr Dimas setzt alleinig darauf, dies über extrem teure Technik im Auto zu erreichen, die der Kunde bezahlen müsste", sagte Forster. Der GM-Europachef spricht sich deshalb für einen integrierten Ansatz aus, auf den sich bereits die Arbeitsgruppe Cars 21 unter Vorsitz des Vizepräsidenten der EU-Kommission, Günter Verheugen, festgelegt habe und die eine Berücksichtigung aller Faktoren vorsieht. "Wir müssen Biokraftstoffe einführen, wir müssen Anreize einführen, weshalb Kunden ein Auto mit geringerem Benzinverbrauch kaufen sollen. Einen solchen Anreiz gibt es derzeit noch nicht in ausreichendem Maße", sagte Forster. Deshalb würde Forster eine Kfz-Steuer begrüßen, die sich nach dem CO2-Ausstoß bemisst.

Mit Blick auf weitere Anreizsystem stellte Forster fest, dass "Staat und Hersteller" in diesem Bereich stärker zusammenarbeiten müssten. "Ich nenne da nur Schweden, das sich bis 2020 zum Ziel gesetzt hat, vom Rohöl unabhängig zu werden. In Schweden wird das Thema Bioethanol nicht nur fiskalisch gefördert. Hier wird Fahrern eines Bioethanol-Fahrzeuge trotz City-Maut beispielsweise auch die kostenlose Zufahrt in die Innenstädte erlaubt. Es sind Maßnahmen, die nicht viel Geld kosten, doch einen enormen Anreiz bieten." (ar/sb) Letzte Änderung: 01.02.2007









Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:

Autonews Archiv
Aktuelle Umfrage
Würden Sie auf ein Auto verzichten, wenn Sie könnten?
Kfz-Newsletter
Jede Woche die aktuellen News über neue Autos, Termine und Unterhaltsames aus der Kfz-Branche
Newsletter abonnieren

Sie sind hier: Startseite > Autonews > Archiv > Februar 2007 > GM-Europachef Forster sieht 2006 als...