GM Europe: Keine Werksschließung, Bochum baut Astra

General Motors Europe wird trotz seiner Sparpläne kein weiteres Werk in Europa schließen. Das teilte der Gesamtbetriebsrat heute mit. Auch das lange als gefährdet geltende Opel-Werk in Bochum wird weiter bestehen und ab 2010 die neue Generation des Astra bauen. Der kompakte Bestseller von Opel wird außerdem in Gliwice (Polen), Ellesmere Port (England) und Trollhättan (Schweden) gebaut, das Werk in Antwerpen soll andere GM-Modelle bauen und ebenfalls fortbestehen, allerdings mit reduzierter Belegschaft.

"Wir haben unser oberstes Ziel erreicht: Werksschließungen zu vermeiden", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Er räumte allerdings ein, dass die Arbeitnehmervertreter in den Verhandlungen deutliche Zugeständnisse an das Management gemacht habe. Der Gesamtbetriebsrat habe ein Sparpaket in Höhe von 288 Millionen Euro unterbreitet, das Management will angeblich 450 Millionen Euro einsparen, um die Gewinnspanne beim Astra zu erhöhen. Dazu sollen die Mitarbeiter länger arbeiten und die Produktion flexibilisiert werden. Außerdem soll die Belegschaft laut der "Bildzeitung" durch Vorruhestandsregelungen in Bochum von derzeit 4900 auf 4500 Beschäftigte reduziert werden. Das bestätigte Opel nicht. Für die Produktion des künftigen Astra im Frühjahr 2010 plant das Unternehmen ein Investitionsvolumen von 3,1 Milliarden Euro, die Produktivitätsverbesserung soll bei 30 Prozent liegen.

Die konkrete Zukunft des Werkes in Antwerpen ist offen: "Es gibt noch keine Entscheidung über künftige Produktionsaufträge des Werks, GM Europe wird zusammen mit seiner europäischen Arbeitnehmervertretung Optionen für ein angemessenes Produktionsvolumen erarbeiten", heißt es in einer Mitteilung. "Unabhängig von künftigen Produktionsaufträgen ist geplant, die laufende Produktion in Antwerpen der üblichen Nachfrageentwicklung im Produktzyklus anzupassen und in diesem Jahr zu reduzieren. GM Belgien wird mit der Arbeitnehmervertretung Gespräche über die Beschäftigung in Antwerpen aufnehmen, wo beim Wegfall von Produktionsvolumen entsprechend einer Schicht 1400 Mitarbeiter weniger benötigt würden", so die Erklärung.

GM hatte in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 12 000 Stellen in Europa gestrichen, davon 9500 bei Opel in Deutschland. 2006 hatte die die Europa-Division nach sieben Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Der Nettogewinn nach Steuern betrug 227 Millionen Dollar (172 Millionen Euro). (ar/os) Letzte Änderung: 17.04.2007









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