Great Wall Motors aus China will mit SUVs nach Europa expandieren

Der größte private chinesische Autobauer Great Wall Motors will spätestens 2008 ein SUV mit Namen "Hover" nach Europa exportieren. Seinen ersten europäischen Auftritt hatte GW Motors im vergangenen Jahr auf der Bologna Motor Show in Italien. Nach dem "Landwind-Debakel" im vergangenen Jahr, bei dem das Fahrzeug im ADAC-Crashtest gnadenlos durchfiel, folgt jetzt ein neuer Versuch, ein SUV aus China zu etablieren.

Der "Hover" ist seit Anfang des Jahres im Programm und wird von einem 2,4-Liter-Benziner von Mitsubishi befeuert, der derzeit die Euro 3 Norm erfüllt - die Euro 4 wird derzeit ebenso wie ein Bi-Fuel-Benziner/Autogas-Motor angepeilt. Der Hover ist dem Unternehmen zufolge eine komplette Eigenkonstruktion und soll neben europäischen Umweltansprüchen auch deren Sicherheitsbestimmungen erfüllen. Auf den Zeichnungen erinnert er an eine Kreuzung zwischen Honda CR-V und Volvo XC90. In Europa soll das Fahrzeug zu Beginn für unter 20 000 Euro angeboten werden. Exakte Maße oder Leistungsdaten nannte das Unternehmen nicht.

Zusätzlich zum Hover bietet GW Motors auch einen "Hover PI" an, eine luxuriöse Stretchlimousine nach amerikanischem Vorbild. Als erstes Staatsoberhaupt fährt Kuba´s Fidel Castro seit März eine solch verlängertes SUV - die Chinesen schenkten ihm das Fahrzeug. Neben dem modernen SUV bietet GW Motors zudem noch drei weitere Geländewagen sowie diverse Pickups an, die aber noch aus der "chinesischen Startzeit" stammen und entsprechend weniger europäischen Ansprüchen genügen. Maximal Euro 2 ist hier lieferbar, zudem erinnern die Modelle "Safe", "Sing" und "Pegasus" (Offroader) sowie "Deer", "Sailor" und "SoCool" (Pickups) eher an einen Toyota Tundra, Isuzu Rodeo oder Isuzu Pickup.

Von diesem Image will Great Wall Motors nun weg - das soll ein jüngst auf der "Guangzhou Auto Show" vorgestellter Pickup , der bereits die Euro 4 Norm erfüllt, in Europa designt wurde und mit Hilfe von Mitsubishi- und Bosch-Technik entwickelt wurde. Erstmals soll zudem ein Pkw in das Programm aufgenommen werden. "Wir exportieren bereits in 50 Länder und Regionen, inklusive Afrika, Naher Osten, Süd Amerika und Russland" berichtet Ping Fu Liu, Vizepräsident des Unternehmens. Waren es 2005 noch 18 000 Fahrzeuge für den Export, planen die Chinesen bis 2008 mehr: "Wir peilen einen Gesamt-Vertrieb von 220 000 Fahrzeugen an, davon sollen rund 50 Prozent in den Export gehen" so Fu Liu. Dabei soll vor allem der Markt in Westeuropa angepeilt werden - derzeit finden bereits erste Verhandlungen mit einem italienischen Importeur statt. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Expansion nach Europa - und hoffen, dort so schnell wie möglich präsent zu sein". Außerdem wolle das Unternehmen in ein neues Montagewerk in St. Petersburg/Russland investieren - vor allem, um so auf dem europäischen Kontinent produzieren zu können. (ar/sb) Letzte Änderung: 30.08.2006









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