GTÜ-Mängelstatistik: Schwere Lkw besser als ihr Ruf
Die GTÜ-Prüfingenieure entdeckten bei 62 Prozent aller überprüften Nutzfahrzeuge Mängel Foto. Bild:Auto-Reporter/GTÜ
GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi warnt deshalb vor voreiligen Schlüssen: "Viele der Mängel sind auf die hohen Kilometerleistungen zurückzuführen." Bei der Mängelstatistik müsse berücksichtigt werden, dass beispielsweise ein drei Jahre altes Nutzfahrzeug im Vergleich zum Pkw in der Regel mehr als doppelt so viele Kilometer zurückgelegt hat. Mit dem Alter steigt der Anteil der erheblichen Mängel vor allem bei Transportern bis 3,5 Tonnen und Nutzfahrzeugen bis 7,5 Tonnen steil an. Insbesondere gewerblich genutzte Transporter fallen wegen ihrer hohen Beanstandungsquote schon in den ersten Jahren auf. Bei den Nutzfahrzeugen bis 7,5 Tonnen ermitteln die GTÜ-Prüfingenieure mit zunehmendem Alter überdurchschnittlich viele geringe Mängel.
Bei den Transportern und leichten Nutzfahrzeugen findet sich die Masse der Kurier-, Express- und Paketdienstfahrzeuge (KEP). Termindruck, hohe Einsatzfrequenz und verschleißintensive Fahrweise drücken diesen Fahrzeugen ihren Stempel auf. Vor allem überdurchschnittlich viele Mängel an Bremsanlagen, Elektrik und Beleuchtung mussten die Prüfingenieure bei der Untersuchung dieser Fahrzeuge feststellen.
Erkennbar besser hingegen schneiden in allen Mängelklassen die mittlere Gewichtsklasse über 7,5 Tonnen und die schwere Gewichtsklasse über 12 Tonnen ab. "Jährliche Hauptuntersuchungen und dazwischen liegende Sicherheitsprüfungen gewährleisten, dass die Fahrzeuge wesentlich intensiver gewartet werden als die beiden leichteren Gewichtsklassen", betont Rainer de Biasi.
Spitzenreiter der Mängel bei allen Nutzfahrzeugklassen ist die Elektrik mit 27,6 Prozent, gefolgt von der Bremsanlage mit 16,1 Prozent. Die Plätze drei und vier belegen sonstige Mängel und Fahrgestell, Rahmen, Aufbau mit 15,4 bzw. 14,3 Prozent. Auf Platz fünf kommen mit 14,3 Prozent Mängel Achsen, Räder und Reifen. Schlusslicht bei den Nutzfahrzeugmängeln ist die Umweltbelastung mit 13 Prozent. (ar/jri) Letzte Änderung: 31.03.2009
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