Gute Noten für Baustellen - trotzdem viele Unfälle
Testsieger wurde die englische Baustelle Birmingham auf der M 42, Schlusslicht ist ein Autobahnstück auf der italienischen A 3 bei Eboli nahe Neapel. Erfreulich aus deutscher Sicht: Kein einziger der getesteten zehn Baubereiche ist durchgefallen, acht wurden mit "gut" bewertet und die Baustelle Montabaur an der A 3 erhielt sogar das Urteil "sehr gut". Besonders lobten die Tester, dass die Fahrspuren rechtzeitig vor der Verschwenkung verengt waren, Lkw im Verschwenkungsbereich genügend Raum hatten und bei einer insgesamt guten optischen Führung auch alle erforderlichen Schilder vorhanden, verständlich und gut sichtbar waren.
Kritik gab es dagegen vor allem für die häufig mangelhafte Verkehrsführung. So fehlten etwa bei der schlechtesten deutschen Baustelle Kiefersfelden an der A 93 die Pannenbuchten, die linke Fahrspur Richtung Österreich war viel zu schmal und teilweise mussten die zu kurzen Ein- und Ausfahrten über ein Stopp-Schild befahren werden. Insgesamt erhielten die deutschen Baustellen vielfach auch Punktabzüge wegen zu geringer Übersichtlichkeit bei Nacht und störender Originalmarkierungen auf der Fahrbahn.
Besorgniserregend ist nach Ansicht des ADAC die Entwicklung der Unfallzahlen im Baustellenbereich: Während sich die getesteten Baustellen insgesamt in guter Form präsentierten, kletterte beispielsweise in Deutschland die Unfallquote zuletzt um 26, in Österreich um 27 Prozent nach oben. Unfallursache Nummer eins: falsches Verhalten der Autofahrer. Die häufigsten Fehler sind dabei zu hohes Tempo, zu dichtes Auffahren, falsches Überholen und missglückte Spurwechsel. (ar/sb) Letzte Änderung: 26.09.2006
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