Hauptversammlung: Daimler setzt auf effizientere Produktion und moderne Motoren

Die Effizienzsteigerung in der Produktion und bei den Motoren sind die obersten Ziele von Daimler. Nach einer Verbesserung der Produktivität von zehn Prozent im vergangenen Jahr strebt Konzernchef Dr. Dieter Zetsche weitere zehn bis 15 Prozent als Ziel für die kommenden Jahre an, wie er heute (9. April 2008) auf der Hauptversammlung in Berlin ankündigte.

Das Unternehmen sei mit dem guten Geschäftsjahr 2007 für die Zukunft bestens gerüstet, stellte Zetsche fest. Mit einer Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars von 9,1 Prozent habe man die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen. Für 2010 strebe Daimler zehn Prozent im Pkw- und acht Prozent Umsatzrendite im Lkw-Bereich an. Besonders hob der Daimler-Vorsitzende den Erfolg des Smart Fortwo hervor, "an dem wir trotz mancher Unkenrufe festgehalten haben" und mit dem Daimler inzwischen schwarze Zahlen schreibe.

Zetsche geht von einem weiter schwächelnden US-Markt und einem stagnierenden Pkw-Absatz in Europa aus. Deshalb werde Daimler sein Engagement in Osteuropa und Asien künftig ausbauen. Dazu sollen Produktionsstätten in Osteuropa gehören. Mit einer Vielzahl neuer und verbrauchsoptimierter Modelle soll das Wachstum fortgesetzt werden. Allein in diesem Jahr würden 20 besonders sparsame Blue Efficiency-Fahrzeuge auf den Markt kommen, die Kraftstoffeinsparungen von bis zu zwölf Prozent Modelle ermöglichen. Mit dem Blue Tec biete man außerdem den saubersten Diesel der Welt an, der in diesem Jahr auch in den für die USA wichtigen SUV-Modellen M-Klasse und GL sowie im R angeboten wird. Für 2009 kündigte Zetsche Hybridmodelle, darunter den S 400 als "sparsamste Luxuslimousine der Welt", an. Daimler will in allen Kernbaureihen mindestens ein Modell anbieten, dass bei Verbrauch und Schadstoffausstoß führend in seiner Klasse ist.

Weiter festhalten wird der Konzern an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. In zwei Jahren soll eine Kleinserie des B-Klasse Fuel Cell aufgelegt werden. Auch dem Elektroauto wird sich Daimler nicht verschließen.

Bei den Lastwagen sah es im vergangenen Jahr weniger gut aus. Die beiden wichtigsten Märkte Japan und Nordamerika brachen im vergangenen Jahr um 25 bzw. 32 Prozent ein. Erwartungsgemäß waren Absatz und Umsatz zurückgegangen, aber Umsatzrendite und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen konnten dennoch gesteigert werden. Grund dafür waren die guten Verkäufe in Europa, Lateinamerika und den Schwellenländern. Daimler Trucks ist mit seinen fünf Marken Mercedes-Benz, Fuso, Freigthliner, Western Star und Sterling sowie im Busgeschäft mit deutlichem Abstand Weltmarktführer und wird in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro in den Ausbau seiner deutschen Lkw-Werke investieren.

Nach der Trennung von Chrysler vor einem halben Jahr hält Daimler noch 19,9 Prozent am US-Autobauer und setzt für beide Seiten sinnvolle Projekte fort. Dazu zählen nach Zetsches Angaben die Dieselmotoren aus Berlin für den Jeep Grand Cherokee, das Hybrid Joint Venturte mit BMW und General Motors sowie der Vertrieb des Sprinter bei Dodge und die Zusammenarbeit bei Financial Services. (ar/jri) Letzte Änderung: 09.04.2008





Dr. Dieter Zetsche mit dem neuen Erdgasfahrzeug Mercedes-Benz B 170 NGT. Foto: UnitedPictures
Dr. Dieter Zetsche mit dem neuen Erdgasfahrzeug Mercedes-Benz B 170 NGT. Foto: UnitedPictures






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