Hintergrund: Tabellen der Wahrheit
15-mal Minus, sechsmal Plus in den Modellsegmenten von Mini bis SUV. Das ist die andere Wahrheit des Automarktes per Ende Mai. Von der Kompaktklasse über Mittel- und Oberklasse, im Luxussegment bis hin zu den Nischen der Kompaktvans und Utilities dominiert der Rückgang. Sportliche Wagen liegen dagegen im Plus (8,3 %), Cabriolets legten entgegen der wenig sommerlichen Saison bisher zu, und auch SUVs und Offroader glänzen in einer matten Zwischenbilanz mit respektablen Zuwächsen um acht Prozent. Aufwärtstrend bei den "Großen" im Sog des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs. Doch nicht alle profitieren.
Dass nicht nur der teilweise dramatische Rückgang der Privatzulassungen, sondern auch diese Marktverschiebungen die Premiumhersteller erfasst haben, zeigen entgegen der einen oder anderen Werksstatistik die offiziellen Flensburger Zahlen. Der 3er-BMW glänzt nicht nur im Ranking bei den gewerblichen und privaten Zulassungen. Er legte insgesamt auch im Segment zu, ohne Allrad und Cabrio. Ein respektables Plus konnten die Münchner per 31. Mai mit rund einem Fünftel Marktanteil im Segment verbuchen.
Weniger Autos, sinkender Marktanteil. Von dieser Konsequenz konnten sich die Münchner allerdings in den ersten fünf Monaten nicht befreien, denn bei 1er, 5er und 7er (siehe Grafik) geht die Fahrt nach unten. Beispiel Oberklasse: Stuttgart jubelt, München und Ingolstadt haben im Jahresvergleich das Nachsehen. Die E-Klasse übernahm zum 31. Mai mit 24.974 Einheiten vom A6 die Spitze, der 5er rutschte von Platz eins im Jahr 2005 über Platz zwei im Vorjahr nunmehr auf den dritten Rang. 26 Prozent Anteil im Segment der Oberklasse entsprechen immerhin rund sechs Prozentpunkten Verlust gegenüber 2005 und vier Punkten gegenüber 2006.
Beispiel Luxusklasse: das gleiche Städte- und Markenranking, denn der 7er hat seine Position von 2005 bis 2007 im Marktsegment der Luxusklasse nahezu halbiert. - 33,1 Prozent vor zwei Jahren, nunmehr in der Zwischenbilanz 16,6 Prozent. Auch der A8 musste - wenn im bayrischen Vergleich auch wenige - Federn lassen. Die Schwaben dominieren wieder auf Platz eins mit satten 43,6 Prozent für S- und CL-Modelle.
Wolfsburger Luxus spielte wie die Stuttgarter Super-Nobel-Marke und die italienischen und amerikanischen Modelle nur eine Nebenrolle, wenn der zur Seite geschobene Vorhang der automobilen Statistik den Blick auf die Marktsegmente bietet. (ar/PS/HU)
(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport) Letzte Änderung: 15.07.2007
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