Initiative für ESP in jedem Fahrzeug

Die Europäische Union und diverse Verbände haben eine Initiative mit Namen "Choose ESC!" (Electronic Stability Control) ins Leben gerufen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Ausstattungsrate von Neuwagen mit ESP zu erhöhen. Die Auftaktveranstaltung fand gestern in Rom statt. EU-Kommissarin Viviane Reding sowie Max Mosley, Vorsitzender des Internationalen Dachverbands der Automobilclubs, FIA, führten als Schirmherren durch die Veranstaltung. Verkehrsclubs wie der AvD oder der Zulieferer Bosch unterstützen das Projekt.

Die Vertreter der Kampagne warnen vor einer zu langsamen Verbreitung von ESP. Das europäische Ziel, die im Straßenverkehr Getöteten ausgehend von 2001 bis zum Jahr 2010 auf 25 000 zu halbieren, könne sonst nicht erreicht werden. Das von Bosch entwickelte und 1995 erstmals in Serie gebrachte aktive Fahrsicherheitssystem wird von Experten als die Technik bezeichnet, die seit der Einführung des Sicherheitsgurts das größte Maß an zusätzlicher Sicherheit bietet.

Zahlreiche internationale Studien belegen, dass mindestens 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang auf Schleudern zurückzuführen sind. Den Untersuchungen zufolge kann ESP die Schleudergefahr um bis zu 80 Prozent verhindern. In Europa alleine könnten dank flächendeckender Einführung des Schleuderschutzes jährlich 4000 Verkehrstote gerettet und 100 000 Verletzte vermieden werden, so eine neue volkswirtschaftliche Studie der Universität Köln, die auf der Veranstaltung vorgestellt wurde. Diese Studie bestätigt zudem, dass die Kosten einer flächendeckenden ESP-Einführung wesentlich niedriger wären als die derzeit anfallenden Folgekosten der Unfälle, die durch ESP verhindert werden könnten.

Derzeit werden nur 42 Prozent aller neu in der EU zugelassenen Fahrzeuge mit ESP ausgerüstet. Gerade bei Kleinwagen und teilweise auch in der Mittelklasse ist ESP oft noch nicht serienmäßig an Bord. Informationen, welche Autohersteller tatsächlich in welchen Modellen das Elektronische Stabilitäts-Programm anbieten, gibt eine detaillierte Untersuchung der Fahrzeug-Sicherheitsexperten des European New Car Assessment Programme (Euro NCAP). Die Organisation forderte die Automobilhersteller auf, alle Fahrzeuge serienmäßig mit ESP auszustatten.

Neben der Verfügbarkeit des Sicherheitssystems ist das Wissen um dessen Nutzen die zweite wichtige Voraussetzung für eine möglichst große Verbreitung. Die von der Europäischen Kommission durchgeführte Studie Eurobarometer zeigt, dass die Autokäufer aber nicht oder nur schlecht über ESP informiert sind und einen Kauf des Systems gar nicht erst in Erwägung ziehen. Wird ihnen allerdings der Nutzen des Systems erläutert, würden 80 Prozent das System in ihrem nächsten Auto wollen, erläuterte EU-Kommissarin Reding auf der Veranstaltung. (ar/os) Letzte Änderung: 09.05.2007









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