Internationales Treffen für Diesel-Motorräder vom 7. bis 9. September 2007
Die Diesel-Motorrad-Szene ist weitgehend ein Feld für innovative Selbstschrauber. Neben stationären Industriemotoren von Hatz oder Baumaschinenaggregaten von Kubota erfreut sich vor allem der alte Dreizylinder-Diesel von Daihatsu großer Beliebtheit, mobilisiert er doch 40 PS und in der Turboversion sogar 50 PS. Aufsehen erregte im vergangenen Jahr eine BMW R 80 cdi mit dem Dreizylinder-Diesel aus dem Smart. Auf dieses Triebwerk setzen ebenso Studenten der Fachhochschule Esslingen mit ihrem "Edimo" (Esslinger Diesel-Motorrad). Doch auch mit Selbstzündern aus VW Golf und Lupo oder von Citroën wird experimentiert.
Industriemotoren benutzt Jochen Sommer aus Eppstein im Taunus in seiner kleinen Motorradmanufaktur. Er hat nach eigenen Angaben mittlerweile über 150 Royal Enfields mit einem 462 Kubikzentimeter großen 11-PS-Motor aus dem Hause Hatz bestückt und ist damit Deutschlands größter Dieselmotorradhersteller.
Als weiterer Kleinproduzent hat sich Bernhard Leitner mit seinem "Dieselwiesel" etabliert, von dem mittlerweile rund 30 Exemplare auf den Straßen unterwegs sind. Die kleine Firma aus Nittendorf bei Regensburg bedient sich 125er- und 250er-Marauder-Rahmen von Suzuki und bestückt sie mit einem 406-Kubikzentimeter-Yanmar-Motor. Der Einzylinder leistet zehn PS und hat 28 Newtonmeter Drehmoment. Der Verbrauch soll deutlich unter zwei Litern liegen.
Dass solche Verbrauchswerte durchaus möglich sind bewies Reinhard Hötger. Der Diplom-Ingenieur aus Ostfriesland und Initiator des Diesel-Treffens ist 2004 mit seiner "Flitzibitz" auf MZ-Basis vom Nordkap nach Gibraltar gefahren und kam mit durchschnittlich 1,88 Litern auf 100 Kilometer aus. (ar/jri) Letzte Änderung: 01.09.2007
Die Sommer wird in Kleinserie produziert: In das Fahrgestellt einer Royal Enfield kommt ein Einzylinder-Hatz-Diesel. Foto: Auto-Reporter/Riedel
Einzelstück aus Holland: Das "Dieselross" wird von einem Selbstzünder aus dem VW Golf II angetrieben. Foto: Auto-Reporter/Riedel
Verbraucht nur 1,88 Liter auf 100 Kilometer: "Flitzbitz". Foto: Auto-Reporter/Riedel
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