Jedes fünfte Auto hat erhebliche Mängel
"Der sicherheitstechnische Zustand der Pkw verschlechtert sich weiter, die Tendenz der vergangenen Jahre setzt sich fort", so Uwe Krüger, Leiter der Region Hannover-Stadt des TÜV NORD STRASSENVERKEHR. "Ein erheblicher Mangel ist heute offenbar eine Alltagserscheinung geworden, ist keine Ausnahmeerscheinung mehr und erst recht kein Phänomen, das allenfalls Bastlerautos betrifft. Wir möchten die Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisieren, mehr Zeit und auch Geld in vorbeugende Wartung zu investieren, denn das ist eine Investition in Sicherheit."
Bremsen, Achsen, Räder, Reifen und Beleuchtung: An den für die technische Sicherheit eines Pkw entscheidenden Bauteile haben die Mobilitätsberater an den TÜV-STATIONEN vom TÜV NORD STRASSENVERKEHR die meisten Mängel festgestellt. "Hier müssen alle bei Pflege und Wartung ansetzen, um für sich selbst ein Mindestmaß an Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, aber eben auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Auto fahren hat auch etwas mit Verantwortung jedes Einzelnen zu tun", so Krüger.
Insgesamt hatten 18,5 Prozent der an der TÜV-STATIONEN von TÜV NORD STRASSENVERKEHR vorgestellten Pkw erhebliche Mängel, 36,4 Prozent geringe Mängel. Im Vorjahr waren es noch 17,4 Prozent mit erheblichen und 37,4 Prozent mit geringen Mängeln. Jeder vierte Pkw hat Probleme mit Licht Mehr als jeder vierte Pkw (28,1 Prozent, im Jahr 2002 28,0 Prozent) hatte im vergangenen Jahr Probleme mit der Beleuchtung. Das geht aus einer Statistik von TÜV NORD STRASSENVERKEHR hervor. Die Statistik beruht auf Pkw-Hauptuntersuchungen im Jahr 2003. Richtiges Sehen und Gesehen werden ist im Straßenverkehr ein wichtiger Sicherheitsbaustein. "Wer nicht sieht, dass ein Hindernis auf der Straße liegt, oder wer von anderen Verkehrsteilnehmern nicht gesehen wird, lebt gefährlich", sagt Mobilitätsberater Uwe Krüger, Leiter der Region Hannover-Stadt. Häufig sind nur die Scheinwerfer falsch eingestellt, die Folge sind entweder unfreiwillige Blendungen des Gegenverkehrs oder aber eine zu kurze Ausleuchtzone. "Das kann man als Laie ohne Messgerät nur schwer feststellen", so Krüger. Anders dagegen die Funktionstüchtigkeit von Blinkern, Bremsleuchten, Rückfahrtscheinwerfer, Nebelschlussleuchte. "Diese sollte man regelmäßig kontrollieren, genauso wie die Scheinwerfer". Dann tut man viel für die eigene Sicherheit und die von anderen. Jeder fünfte Pkw hat Mängel an Reifen Viele Pkw haben beschädigte Reifen. Das geht aus Pkw-Hauptuntersuchungen im Jahr 2003 vom TÜV NORD STRASSENVERKEHR hervor. Insgesamt fielen 20,9 Prozent der vorgestellten Pkw wegen Mängeln an diesen Bauteilen auf, im Jahr zuvor waren es noch 19,3 Prozent. "Ein beschädigter Reifen kann dazu führen, dass der Reifen platzt und einen Unfall verursacht", so Uwe Krüger, Leiter der Region Hannover. Reifen stellen die Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße her. Stimmt etwas mit ihnen nicht, ist der Fahrbahnkontakt unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Die Folge: Die Sicherheit nimmt ab. Beschädigungen an Reifen können laut Krüger mehrere Ursachen haben: "Der Reifen kann alt sein, spröde und rissig sein, Reifen gehören grundsätzlich nach sechs Jahren ausgemustert, unabhängig von ihrer Laufleistung." Darüber hinaus können spitze Gegenstände auf der Fahrbahn die Reifen beschädigen, aber auch das "Mitnehmen" von Schlaglöchern oder Fahrbahnabsätzen. "Häufig sieht man auch geparkte Fahrzeuge am Straßenrand, deren Reifen am Bordstein gequetscht sind, die nur halb auf dem Bordstein stehen. Das ist auf Dauer Gift für die Reifen", so Uwe Krüger. Vergleichsweise wenig Fahrzeuge sind den TÜV-Fahrzeug-Fachleuten wegen zu geringer Profiltiefe aufgefallen: Nur 1,5 Prozent fuhren mit weniger als 1,6 Millimeter Profil, dem gesetzlich vorgeschriebenen Maß. Neue Reifen haben eine Profiltiefe von 7 bis 8 Millimeter. Je geringer die Profiltiefe, desto länger wird der Bremsweg und desto unsicherer wird das Fahrzeug bei nassen Fahrbahnen. Daher empfiehlt er den Austausch von Reifen bereits bei etwa vier Millimetern Profiltiefe. Wenige Fahrzeuge fahren mit Reifen, die für das Fahrzeug nicht zugelassen sind. Das betrifft Größe, Bauart und Kennzeichnung. Zwar ist der Hersteller der Bereifung nicht mehr bindend, jedoch sind es nach wie vor Größe, Geschwindigkeitsklasse und Tragfähigkeit. Uwe Krüger: "Wer falsche Reifen verwendet, kommt unter Umständen leichter ins Schleudern, die Bremswirkung ist nicht optimal, gefährdet so sich und andere." Bei Mängeln an Reifen kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Daher rät Uwe Krüger, häufiger eine Kontrolle der Bereifung zu machen, dazu gehören das Prüfen auf Beschädigungen, das Messen der Profiltiefe und die Kontrolle des Luftdrucks. "So geben Sie der Sicherheit Vorfahrt." Letzte Änderung: 27.01.2004
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