Kfz-Gewerbe: Der Markt ist aus den Fugen geraten

"Wir haben amerikanische Verhältnisse, wenn wir die reinen Zahlen betrachten", legt Ulrich Fromme, der neue Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), den Finger in die Wunde. Autoverkauf ohne Rabatte sei illusorisch erklärte er in einem Interview für die aktuelle Ausgabe des Branchen-Informationsdienst PS-Automobilreport. Jetzt müssten gemeinsam mit den Herstellern darüber gesprochen werden, "wie man diesem volkswirtschaftlichen Irrsinn ein Ende bereitet".

Fromme fordert, zu den elementaren Grundsätzen der Markt- und Betriebswirtschaft zurückzukehren. "Ich habe jedenfalls kein Verständnis dafür, dass Modelle mit Lieferzeiten jetzt schon unter Preis verkauft werden." Preiskorrekturen bei den sogenannten Brot- und Butter-Autos und eine größere Preisdisziplin zumindest in der ersten Phase des Lebenszyklus eines Modells nennt Fromme als Themen für ein Gespräch mit den Herstellern, die er für den Preisverfall mit verantwortlich erklärt. Die Überproduktion sei die Ursache allen Übels.

Die Hersteller sollen auch ihren "Vormarsch in die Einhandelsfunktion stoppen". Im direkten Umfeld einer Werksniederlassung zu arbeiten, mache für einen Familienunternehmer im Kfz-Gewerbe wenig Spaß. Gleichzeitig müsse man den Autokäufern immer wieder vor Augen halten, dass die "Rabattitis gleichzusetzen ist mit der Vernichtung automobiler Werte in Milliardenhöhe", weil die Preisnachlässe auf den Gebrauchtwagenwert durchschlagen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 10.09.2006









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