Kfz-Gewerbe: Zuversicht trotz Konsumflaute
Vor dem Hintergrund wechselhafter Monatszahlen im bisherigen Autojahr 2006 stiegen jetzt die Erwartungen an die weltweite Leitmesse für den automobilen Service. Das Kfz-Gewerbe werde trotz der Konsumflaute im Verkauf in neuen wie in alten Märkten wachsen können. "Trotz instabiler Rahmenbedingungen bleibt ein Umsatzwachstum von vier Prozent auf 130 Milliarden Euro realistisch. Allein im Service erwarten wir 27 Milliarden Euro Umsatz", so Hülsdonk.
Der nach einem schlechten Jahresstart nunmehr stabile Service-Aufschwung stärke das mittelständische Kfz-Gewerbe in einer schwierigen konjunkturellen Phase, in der vor allem das Privatgeschäft mit neuen und gebrauchten Pkw hinter allen Erwartungen liege. Beim Autoverkauf insgesamt fahre man den Planzahlen hinterher. Hülsdonk erklärte dazu, Sorge habe der Autohandel durch einen weiteren Rückgang im Privatkundengeschäft im Jahresvergleich. Dies betreffe sowohl Zulassungen als auch Auftragseingänge.
Auch die erwarteten vorgezogenen Pkw-Käufe durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung ab 2007 könnten die Lage nicht ins Positive umkehren. Hülsdonk sagte, eine repräsentative Befragung habe ergeben, dass nur vier Prozent der Konsumenten aufgrund der Steuererhöhung ihren geplanten Neuwagenkauf ins Jahr 2006 vorziehen wollten. Dies seien etwa 60 000 neue Pkw. Auch die Kaufanreize, die volks- und betriebswirtschaftlich für alle Marktbeteiligten in hohem Maße bedenklich seien, hätten bisher nicht zu den erhofften Kaufimpulsen geführt. In der Branche werde nunmehr vermehrt über längere Garantieleistungen diskutiert, nachdem einzelne Marken oder Modelle diesen Weg eingeschlagen hätten. Im Kfz-Gewerbe mit seiner heterogenen Struktur werde dieses Projekt allerdings kontrovers diskutiert.
Insgesamt bleibe die Branche zuversichtlich. Anlass sei zum einen das gute Servicegeschäft, zum anderen auch die Perspektiven für Wachstum in "neuen und alten Märkten". Als Beispiele nannte Hülsdonk das Reifenersatzgeschäft, in dem das Kfz-Gewerbe seinen Marktanteil von derzeit 28 Prozent mittelfristig auf rund 40 Prozent ausbauen könne. Dies entspreche rund 5,6 Millionen Reifen oder einem Umsatzwachstum von 600 Millionen Euro.
Fast 800 Millionen Euro weiterer Umsatz in den kommenden zwei Jahren seien möglich, wenn die Bundesregierung die Förderung der Filter-Nachrüstung für Diesel-Fahrzeuge mit 330 Euro ab Januar 2007 umsetze. Auch aus der Nachrüstung mit Gasanlagen könne "zusätzliches Geschäft, jedoch ohne übertriebene Hoffnungen" generiert werden. Alternative Antriebe, Navigation und Kommunikation blieben Wachstumsmärkte. Stärker als bisher kämen für das Kfz-Gewerbe die Themen Oldtimer und Tuning ins Visier. (ar/sb) Letzte Änderung: 07.09.2006
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