Kleine Autofahrer haben höheres Verletzungsrisiko
Bei den Crashtests fuhren zwei Kleinwagen mit 50 km/h gegen eine starre Stufenbarriere. Beim ersten Test wurde ein 1,50 m großer Dummy als Fahrer so im Auto positioniert, wie es aus Sicht der Unfallforscher wünschenswert wäre. Da der Dummy in dieser Position aber nicht die Pedale erreicht, wurde für den Versuch eine Pedalverlängerung montiert. Im zweiten Test wurde der Dummy so platziert, wie es in der Praxis notwendig wäre, um die Pedale zu erreichen, also recht nahe am Lenkrad. Da es in der vorderen - also in der Realität einzig möglichen - Sitzposition zum intensiven Knieanprall an der Instrumententafel kommt, steigen die Oberschenkel-Kräfte gegenüber der optimalen Position bis zum Fünffachen an. Eine Analyse der Unfalldatenbank der Versicherer zeigt ebenfalls, dass beim schweren Frontalaufprall der Anteil der schweren Verletzungen bei weiblichen Fahrern um 50 Prozent über dem der männlichen liegt.
Zum Schutz kleiner Pkw-Fahrer, so Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sollte die Ergonomie im Auto verbessert werden. Zusätzlich müsse erforscht werden, ob und wie beispielsweise Knieairbags, verstellbare Pedale und besser einstellbare Lenkräder die Sicherheit von kleinen Fahrern verbessern könnte.
Die Filme der Crashtests sind auf www.youtube.de/unfallforschung zu sehen. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 03.05.2010
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