Kommentar: Aktionismus um jeden Preis

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Für Gegner des Autos finden sich in diesen Tagen ausreichend Gelegenheiten, ihre Position medienwirksam zu feiern. So rief der Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Mitglieder und Sympathisanten jetzt zu einer Demonstration für ein Tempolimit vors Bundeskanzleramt.

Sogar der Bundesumweltminister Siegmar Gabriel hat eingeräumt, dass Tempo 120 keine Lösung der Kohlendioxid-Problematik bringen kann. Zu gering ist der Effekt, weil die durchschnittliche Geschwindigkeit auf bundesdeutschen Autobahnen sowieso schon unter 120 km/h liegt. Das allerdings muss man ja nicht zur Kenntnis nehmen, wenn es die Chance gibt, wieder einmal mit dem Finger auf den deutschen Autofahrer zu zeigen und ihm die Verantwortung für den Klimawandel in die Schuhe zu schieben.

Auch für die Verkehrssicherheit bringt ein Tempolimit gar keinen oder kaum einen Effekt. Die Autobahnen sind immerhin die sichersten Straßen der Republik. Was also treibt den VCD anderes als der Hang zur Selbstdarstellung? Fachleute in den Redaktionen werden ihnen die Chance dafür verweigern. Aber der VCD wird wieder genug Verbündete vors Kanzleramt bringen, um kämpferische Bilder für die Fernsehnachrichten zu erhalten.

Es ist außerordentlich bedauerlich, dass in Deutschland kaum ein Thema rund ums Auto sachlich erörtert werden kann. Immer wieder findet sich jemand, der für emotionale Aufladung sorgt, damit echte Lösungen verhindert und populistische Maßnahmen auslösen will. Siehe den VCD, der mit seiner Aktion Druck auf die Politik aufbauen will. In der Vergangenheit haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass dies bei so manchem Politiker sogar funktioniert, gerade bei den Gleichmachern aus Brüssel. (ar/Sm) Letzte Änderung: 22.03.2007









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