Kommentar: Der Zeitgeist übt sich in Schulterklopfen
Und dennoch bleibt ein "Geschmäckle", wenn eine Versicherung das allzu willfährige PR-Pferdchen namens Öko sattelt und zu eigenem Nutz und Frommen durch die Medien galoppieren lassen will, und das ohne eigene fachliche Kompetenz. Um etwas über die Motive der DVEK zu lernen, hatten wir deren PR-Agentur Bursen-Marsteller in Frankfurt gleich nach Eingang der Einladung zur Übergabe des Preises zwei Fragen gestellt:
Wie würde es die DEVK finden, wenn die PR-Leute eines Automobilherstellers den ersten internationalen "SecurGlobe" für die autofahrerfreundlichste Versicherung vergäben? Wie kommen Sie darauf, dass es sich bei Ihrem Preis um den ersten internationalen Preis in dieser Richtung handelt?
Antworten haben wir darauf bis heute nicht erhalten: Was uns nicht wundert, denn immer wieder entwickeln PR-Experten die geniale Idee, den eigenen Kunden zu Lasten von anderen zu profilieren. So griff einst eine Brauerei die komplette Batterieindustrie an - Volkskrankheit Alkohol gegen Schwermetalle. Das war damals billig.
Im Unterschied zu diesem moralinsauren Ansatz steht beim "ÖkoGlobe" immerhin ein positives Ziel im Vordergrund. Der Zeitgeist übt sich in wohlfeilem Schulterklopfen. Ford und dem Absatz verbrauchsarmer Autos tut das hoffentlich gut. Doch auch den Kölnern bleibt an dieser Steller die Frage nicht erspart, die auch Mercedes-Benz und Volkswagen bei ihren "Öko"-Varianten hören mussten: Wenn es so einfach und kostengünstig darstellbar ist, warum sind dann nicht alle Fahrzeuge einer Modellreihe im selben Maße Öko? (ar/Sm) Letzte Änderung: 10.09.2008
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