Kommentar: Die Zukunft fährt grün - oder gar nicht?

Berge, die nur in der Vorstellung anderer vorhanden sind, lassen sich schwieriger versetzen als solche, die tatsächlich im Wege stehen. Gleich der zweite Satz der Broschüre "Die Zukunft fährt grün", die die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen jetzt während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt verteilt, ist falsch, aber wirksam: "17 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen durch den Straßenverkehr". Der Verkehrsexperte der Fraktion, Winfried Hermann, erhöhte den Berg sogar noch, indem er das Auto für "ursächlich verantwortlich für den Klimawandel" erklärte. Damit ist das Dogma formuliert; der Berg wird scheinbar unüberwindlich.

Diskussionen darüber sind auch von Angesicht zu Angesicht nicht möglich. Ein Dogma ist ein Dogma. Basta! Andersdenkende werden exkommuniziert, es sei denn, sie schwören ab. Dabei ist gegen das Ziel der CO2-Reduzierung gar nichts einzuwenden. Wir alle sind gut beraten, mit der Energie so sparsam wie nur irgend möglich umzugehen. Es ist völlig unerheblich, ob die CO2-Debatte irgendetwas mit der Wirklichkeit zu tun hat oder nicht. Wenn wir diesen ideologisch gefärbten Berg überwinden, arbeitet unsere Volkswirtschaft effektiver - weil mit weniger Energieverbrauch - und wir haben die Chance, uns in Zukunft, die Mobilität, die wir uns wünschen, auch finanzieren zu können.

Was aber einen schier unüberwindlichen Berg für Zukunftslösungen auftürmt, sind Aussagen wie die von den Grünen bei der IAA von Fritz Kuhn, dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, zu hören waren: "Die Zukunft fährt grün oder gar nicht!" Selbst wenn diese Äußerung keine Drohgebärde sein sollte, so zeigt doch ein tiefer gehender Blick in die oben bereits zitierte Broschüre den Hang zur regulativen Maßnahmen, wie wir sie in unserer Demokratie noch nicht gewohnt sind. Diesen Berg zu überwinden, ist entschieden wichtiger. (ar/Sm)
Letzte Änderung: 11.09.2007









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