Kommentar: Fair und teuer

Der Schnitt wird vollzogen. Aus der DaimlerChrysler AG soll zum Herbst wieder die Daimler AG werden. Chrysler wird in Zukunft erneut ein amerikanisches Unternehmen, geführt von einem Management, dass der neue Besitzer der 80,1 Prozent-Mehrheit einsetzt. Die Stuttgarter werden mit nur noch 19,1 Prozent den Fuß in der Tür behalten.

Transaktionen wie diese sind kompliziert, viele Details sind zu regeln. Doch am Ende des Tages, wenn der Aufsichtsrat und im Herbst die Hauptversammlung sowie die Behörden zugestimmt haben, soll das Ergebnis ganz einfach sein. Cerberus Capital Management L.P., New York, übernimmt Chrysler schuldenfrei, der Kaufpreis von 5,5 Mrd Euro für die 80,1 Prozent Anteile wird bis auf eine Milliarde wieder in das Chrysler Auto- und Finanzgeschäft gesteckt und die Altersversorgung der Chrysler-Mitarbeiter bleibt gesichert. Selbst der Vorsitzende der amerikanischen Auto-Arbeitergewerkschaft zeigt sich mit dieser Lösung zufrieden.

Teuer aber fair wird der Rückzug aus Chrysler also gestaltet, zu fair für die Börsen? Das neue Daimler-Unternehmen wird nach eigenen Schätzungen im Jahr 2007 mit drei bis vier Milliarden weniger Net Profit auskommen müssen. Dennoch signalisiert die Börse Zustimmung, denn der Kurs der DaimlerChrysler-Aktie brach nur kurzfristig ein, um dann deutlich über den Vortagswert zu steigen.

DaimlerChrysler-Chef Dr. Dieter Zetsche legt Wert auf die Feststellung, dass Chrysler heute wesentlich besser dasteht als vor der Übernahme. Die Produktivität sei deutlich gewachsen, ebenso die Qualität der Produkte. "Mit 34 neuen Modellen seit 2001 hat Chrysler eines der jüngsten Produktportfolios der Branche." Auch das wird den Chrysler-Mitarbeitern gefallen, zumal Cerberus-Chef John W. Snow auf kurzfristige Ergebnisse verzichten und sich auf langfristige Ziele konzentrieren will.

Die neue Daimler AG sieht mit der Trennung von Chrysler nicht das Ende der Welt AG gekommen, jedenfalls nicht im Hinblick auf den eigenen Anspruch. Das Unternehmen will weltweit in seinen traditionellen Segmenten wachsen und neue Märkte erschließen. Der Führungsanspruch bleibt ungebrochen. "Wir wollen der weltweit führende Hersteller von Premium-Fahrzeugen und Premium-Service sein - in jedem Marktsegment, in dem wir weltweit tätig sind." Die Marke Mercedes-Benz bietet dazu nun wieder bessere Voraussetzungen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 14.05.2007









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