Kommentar: Hat GM seine Spitzenposition wirklich verteidigt?

Nun liegen die offiziellen Zahlen der beiden Kontrahenten also vor: Toyota hat nach eigenen Angaben 2007 weltweit 9 366 418 (+6,4 Prozent) Autos verkauft, General Motors vermeldete 9 369 524 Millionen (+3,0 %). Klarer Fall also: Mit einem Vorsprung von 3106 Einheiten hat GM trotz des Einbruchs im US-Geschäft im 77sten Jahr hintereinander doch noch seine Position als weltweit absatzstärkster Autobauer behauptet.

Flugs wurde das von den internationalen Agenturen und somit speziell auch von den amerikanischen Medien übernommen. Das ist doch mal wieder eine News, auf die man stolz sein kann. Doch stimmen die Statistiken der beiden auch wirklich? Das renommierte US-Branchenblatt "Automotive News" hat sich als einsamer Rufer in der Wüste jedenfalls klar entschieden und kommt zu einem eindeutigen Nein. In den GM-Zahlen seien nämlich über 500.000 Autos enthalten, die in China bei GM Wuling Automobile - ein Gemeinschaftsunternehmen von GM und Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) - von den Bändern gerollt seien. Und die zählten nicht, da GM nur zu 34 Prozent an dem Joint Venture beteiligt sei (SAIC: 51 %).

Nach den bisherigen Spielregeln der Auto-Industrie dürften aber nur die Produktionszahlen addiert werden, an denen die Mutterfirma auch die Mehrheit halte. Dass dies auch in den USA zumindest bislang gängige Praxis ist, zeigt das Beispiel Ford. Mit der Einbeziehung der Mazda-Zahlen hätte man in den USA seinen angestammten zweiten Platz gegenüber Toyota locker verteidigt.

Die Japaner nehmen es gelassen und schweigsam hin. Wohl wissend, dass die verbreitete Nachricht ohnehin nicht mehr aus den Köpfen der interessierten Menschen herauszubekommen ist. Und es dann eben wohl in diesem Jahr klappen wird. Sie begnügen sich mit dem Titel des finanzstärksten Unternehmens und des Spitzenreiters bei der weltweiten Produktion, die auch die Töchter Daihatsu und Hino einschließt. Mit 9 497 754 Einheiten setzten sie sich klar vor General Motors (9,284 Mio) an die Topposition und werden diese wohl auch nicht mehr so schnell abgeben.

Wenn GM mit Toyota tauschen könnte, wären die Detroiter sicher nicht unglücklich, denn Umsatz ist bekanntlich nicht immer mit Gewinn gleichzusetzen. Und das nicht nur bei GM und Ford. (ar/PS/hhg)

(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport) Letzte Änderung: 03.02.2008









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