Kommentar: Mit klammheimlicher Freude
Die Kunden in aller Welt haben entschieden, dass die deutschen Hersteller besonders bei den großen HighTech-Fahrzeugen erheblich erfolgreicher sind als die Hersteller aus den Nachbarländern. Da kommt der Umweltschutz gerade recht, um die deutsche Vormachtstellung in der Automobiltechnik und bei den Premiummarken auszuhebeln. Dafür akzeptiert Brüssel dann sogar Nachteile für Umwelt und Energieverbrauch.
Sinnvoll und wirksam wäre es gewesen, von allen Herstellern die Absenkung der Kohlendioxidmengen - und damit des Verbrauchs - um denselben Prozentsatz zu verlangen. Das hätte einen gewaltigen Effekt auf die Automobiltechnik und beim Kohlendioxidausstoß aller Autos bewirkt. Jetzt verlangt man von den großen Fahrzeugen - und damit vorwiegend von den deutschen Herstellern - die größten Anstrengungen und lässt die Hersteller kleiner Fahrzeuge so gut wie ungeschoren davonkommen. Dabei stellen sie die Masse der Fahrzeuge in Europa. Deswegen hätte die Verbrauchsreduzierung gerade bei ihnen den gewünschten Masseneffekt auch beim Umweltschutz hervorgerufen.
Stavros Dimas hat mit seinem Gesetzentwurf eine Chance verspielt. Aber dafür kann er sich des Lobs und der Unterstützung der Mittelmeer-Anrainer sicher sein. Für die deutschen Hersteller geht es jetzt darum, ihre Kunden auch weiterhin mit den Produkten beliefern zu können, die uns in diesem Jahr einen neuen Automobil-Exportrekord beschert haben. Für die Politik gilt: Landgräfin bleibe hart. (ar/Sm) Letzte Änderung: 20.12.2007
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