Kommentar: Neid als politische Waffe

Greenpeace weiß sicherlich, dass sie vor der Hauptverwaltung von BMW an der falschen Stelle stehen. Außerdem sollten sie beim Bohrinsel-Debakel eigentlich gelernt haben, sich nur noch auf Fakten zu stützen. Aber die Versuchung war wohl zu groß, jetzt auf den Zug aufzuspringen und gegen die "Spritfresser" mit dem weiß-blauen Logo zu protestieren. Da kann man auch schon einmal wider besseren Wissens auf die kämpferische Karte setzen.

Greenpeace weiß, dass man BMW keinen Strick daraus drehen kann, wenn das Unternehmen bis 2008 nicht die Freiwillige Vereinbarung der europäischen Automobilindustrie erfüllt. Der für das Ende des kommenden Jahres vereinbarte Wert von 140 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer ist kein Wert, den jedes Unternehmen für sich einhalten muss. Es ist ein Durchschnittswert für alle europäischen Automobilhersteller.

Diese bewusst falsch angesetzte Grenzwertdiskussion führt zur Zeit zu unsäglich kontraproduktiven Ergebnissen. Die Unternehmen, die sich vorwiegend mit Klein- und Mittelklasse-Fahrzeugen befassen, lehnen sich zurück. Viele fühlen sich entlastet, weil Öffentlichkeit, Politik und Umweltaktivisten, wie die von Greenpeace, nun den Fortschritt von der Herstellern der großen Fahrzeuge verlangen. Das führt gefährlich weit am Ziel vorbei; denn die Masse macht's, auch beim CO2-Ausstoss.

Greenpeace darf man unterstellen, dass diese Organisation auch das weiß. Es geht also gar nicht um den Fortschritt bei der CO2-Reduzierung, kann man daher messerscharf schließen. Es geht um Sozialneid. Die Fahrer großer und teurer Autos lassen sich viel besser als Feindbild und Buhmann aufbauen als die Fahrer von Klein- oder Kompaktwagen. Denn die stellen die Masse und fragen trotz veralteter Motortechnik in ihren Fahrzeugen gern schon einmal die Frage: Wer braucht eigentlich die großen Autos? Die Antwort liegt dann nahe: Es macht gar nichts, wenn die bluten müssen. Heiliger Sankt Florian! (ar/Sm) Letzte Änderung: 23.07.2007









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