Kommentar Paris 2010: Kein Bock mehr auf Krise
In Hannover und in Paris bestätigt sich, was wohl im Tal der Krise niemand für möglich gehalten hätte: Kaum jemand hat bei Forschung und Entwicklung die Luft angehalten und bei Neuentwicklungen gespart. Die Überzeugung, dass auch die Krise endlich sei, hat allerorten dazu geführt, dass der Weg aus dem Tal kurz ausfiel. Das gilt ganz besonders für die deutschen Hersteller, die sich damit einen Vorsprung erarbeitet haben dürften. Jetzt spricht man wieder von zweistelligen Wachstumsraten, die zum Teil schon über Monate anhalten und vor allem über wachsende Marktanteile.
Bei den alternativen Antrieben zeigt sich jetzt, dass auf die vielen Worte und Prototypen nun Taten folgen. Doch mit der näher rückenden Verwirklichung der Elektromobilität, die auf allen Ständen gefeiert wird, geschieht aber auch etwas Paradoxes: das klassische Automobil mit Verbrennungsmotor darf wieder auf die Bühne. Wie sagte gestern, am Vorabend des ersten Pressetages in Paris, der Chef eines deutschen Herstellers? "Endlich sieht man mal wieder richtige Autos" - und das ohne schlechtes Gewissen, weil der Fortschritt auch beim Benziner und beim Diesel sichtbar wird. Wer hätte es bei dem Pariser Salon vor zwei Jahren für möglich gehalten, dass hier eine Mercedes-Benz S-Klasse als Fünf-Liter-Auto vorgestellt werden könnte? (ampnet/Sm) Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 30.09.2010
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