Kommentar: Rechenspielchen
Das Ziel der EU, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 in allen Staaten der Union auf 50 Prozent der Zahl von 2000 zu halbieren, will die Allianz mit Tempolimits erreichen. Da ist jedes Argument Recht, sogar solche, die nicht zutreffen. So behauptet DUH-Geschäftsführer Resch, Europa könne sein Ziel, die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr zu halbieren nur mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen erreichen. Doch nur 13 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland sterben auf Autobahnen. Könnte man die Halbierung dieses Anteils schaffen, wären es nur noch 6,5 Prozent. Das wäre zwar positiv, würde die Gesamtstatistik aber kaum verändern, uns dem EU-Ziel jedenfalls nicht so nahe bringen, wie die Allianz suggeriert.
Außerdem fehlt jeder Nachweis, dass ein Tempolimit wirklich eine wirksame Maßnahme darstellt. Sieben von zehn Unfällen geschehen bei Glätte und Nebel oder bei Wild auf der Fahrbahn und durch technische Mängel. Ein Tempo von 120 km/h wäre in all diesen Fällen zu schnell. Deswegen besteht die Lösung der Aufgabe, wie man zu den 50 Prozent kommt, nicht im Drehen am ganz kleinen Rad Tempolimit.
Unsere Politiker, unsere Behörden, unsere Verbände und wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass wir jeweils die angemessene Geschwindigkeit fahren. Das können dann auch schon einmal 200 km/h sein - oder eben 20 km/h. Nicht die freie Höchstgeschwindigkeit ist die Unfallursache Nummer 1, sondern die unangepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorfahrtdelikten und Alkohol am Steuer.
Ein Tempolimit hat in der Praxis für den Ausstoß an Kohlendioxid ebenfalls keine zahlenmäßig wesentlichen Folgen. Daran ändern auch die wieder präsentierten und längst widerlegten Modellrechnungen der DUH nichts. So bleibt auch dieses Mal nicht als das Unbehagen an Zahlenspielereien mit Toten. (ar/Sm) Letzte Änderung: 26.03.2008
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