Kommentar: Teurer Aktionismus?
Wasserstoff für die Verbrennung im Motor oder als "Treibstoff" für die Brennstoffzelle werden uns schon seit Jahrzehnten als die Lösung für die mittelfristige Zukunft vorhergesagt. Doch die Realisierung rückt nicht näher, obwohl die Wasserstofftechnologie bereits einige Förderprogramme hinter sich hat.
Aber allen Programmen zum Trotz stellt nicht die Brennstoffzelle unsere Forscher und Entwickler vor unüberwindliche Probleme. Der Wasserstoff steht sich selbst im Weg. Denn sein Einsatz bringt für die Umwelt nur dann Vorteile, wenn er ohne Belastung der Umwelt hergestellt werden kann. Das kann im Moment nur die Kernenergie leisten.
Damit eine Energieeinheit im Wasserstoff beim Motor oder bei der Brennstoffzelle ankommt, müssen zur Zeit noch vier Energieeinheiten aufgebracht werden, um den Wasserstoff zu produzieren. Und speichern lässt sich der Wasserstoff auch nicht, weil ihn selbst eine Stahlwand nicht daran hindern kann, aus dem Tank zu verschwinden. Das schafft nicht nur Probleme im Fahrzeug, sondern auch bei der Wasserstoff-Logistik von der Herstellung bis zu Tankstelle.
Es stimmt: Hätten wir diese Probleme mit dem Wasserstoff nicht, wäre er ein geeigneter alternativer Kraftstoff, auch wenn sein Energieinhalt wesentlich geringer ist als der von Benzin. Aber die Probleme sind da, und sie liegen nicht dort, wo NOW mit Förderprogrammen angreifen will.
Es reicht nicht, den Übergang von der Grundlagenforschung zu serienreifen Produkten zu finanzieren. Bund und Industrie wären besser beraten, sich zum Beispiel auf die Entwicklung geeigneter Batterien zu stürzen. Da gibt es reale Chancen, den Kohlendioxidausstoß zur verringern - von der Rückgewinnung der Bremsenergie für die elektrischen Nebenaggregate eines heutigen Motors bis hin zu Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen und echten Elektroautos. (ar/Sm) Letzte Änderung: 17.02.2008
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