Kommentar: Zwischen Hoffen und Bangen

Die Stimmung auf dem Pariser Automobilsalon - immerhin der wichtigste in diesem Nicht-IAA-Jahr in Europa - entspricht dem Wetter über dem Messegelände: Mal Regen, mal ein bisschen Sonne, aber auf jeden Fall kühl. Die Branche schwankt zwischen Hoffen und Bangen. Zuversicht trifft auf Pessimismus und Durchhaltewillen.



Die einen sprechen über die Notwendigkeit, 2009 durchzuhalten, um Märkte nicht zu verlieren. Das Wachstum in Asien und Südamerika kann die Rückgänge in Nordamerika und in Europa nicht ausgleichen. Auch der russische Markt wächst nicht schnell genug, um die Hersteller bei Laune zu halten.

So bereiten sich alle nicht nur auf harte Zeiten vor, sie stellen in Paris ein Angebot auf die Messestände, dessen Spektrum zwischen Weltrekorden im Kraftstoffsparen und bei der Motorleistung, zwischen dem kleinsten Viersitzer der Welt, dem Toyota iQ, und dem Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster 722 S mit 478 kW / 650 PS reicht. Der wiederum wird kompensiert von der sparsamsten S-Klasse aller Zeiten, dem Mercedes-Benz S 400 Bluehybrid, der im Sommer kommenden Jahres auf den Markt kommen wird und im EU-Schnitt nur 7,9 Liter auf 100 km verbrauchen soll, was einer Kohlenwasserstoff-Emission von 190 Gramm pro Kilometer entspricht.

Von großem Selbstbewusstsein getragen bewegt sich Volkswagen auf dieser Messe. Die Situation in der Halle 4 nehmen die Wolfsburger symbolisch. Dort umzingeln die Konzernmarken den Toyota-Stand. Das sieht das Management als Ausdruck seiner strategischen Ziele mit seinen vielen Marken: Alle auf Toyota! Mittelfristig möchte man den Platz zwei in der Welt schaffen, und Platz eins scheint den Wolfsburgern mehr als ein Traum. Schon erstaunlich, wie ein Vorstandsvorsitzender die Stimmung und den Anspruch eines so großen Unternehmens so schnell heben kann. Von Bangen ist hier keine Rede, eher vom Ausnutzen der Chancen, die ein derartiger Rückgang des Marktes bietet. (ar/Sm)
Letzte Änderung: 03.10.2008







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