Lexus IS-F: Timo Glocks Dienstwagen ist eine Spaßkanone
Testfahrt mit dem Dienstwagen von Formel-1-Pilot Timo Glock: Auf den ersten Blick unterscheidet sich der "F" kaum von den zahmeren Brüdern. Dennoch blieb hier nichts unangetastet. Beim IS-F handelt es sich selbst im Karosseriebereich um ein weitgehend neues Auto, das nicht einmal die Türen vom "zahmeren" IS übernimmt. Auch wenn der Antriebsstrang mit V8-Motor und Achtstufen-Automatik aus dem großen LS bekannt ist, so ist die Technik im IS-F kaum wiederzuerkennen. Dies ist gleich auf den ersten Kilometern über kurvenreiche Eifel-Landstraßen spürbar. Kompliment, die japanischen Techniker haben einen guten Kompromiss zwischen sportlicher Ambition und kultiviertem Fahrkomfort gefunden. Der IS-F beeindruckt auf der Rennstrecke ebenso wie auf einer Langstreckentour von Köln nach München. Mit seiner angemessenen Alltagstauglichkeit stempelt man ihn nicht zum knüppelharten Renner.
Neben dem bulligen 5,0-Liter V8-Motor mit 423 PS erfreut das neue Achtstufen-Direktschaltgetriebe den Fahrer - ein absolutes Novum in dieser Klasse. Die Gänge können direkt über Schaltwippen am Lenkrad bedient werden, binnen Sekundenbruchteilen wechseln die Schaltstufen - dies bereitet auf der Landstraße ganz besonders viel Fahrspaß. Der Drehmomentwandler arbeitet nur im ersten Gang als Anfahrkupplung, in den Gängen 2 bis 8 überträgt eine Wandlerüberbrückung die Kraft. Dabei erledigt der IS-F das Zurückschalten mit automatischen Zwischengas. Apropos Sound, der ist ein Ohrenschmaus, anstatt die Motorgeräusche des V8 zu minimieren wie im LS 600h, dürfen sie beim IS-F den sportlichen Charakter voll und ganz untermalen.
Die direkte Servolenkung, die fest zupackende Brembo-Bremsanlage und die straffe Fahrwerksabstimmung mit 19-Zoll-Leichtmetallfelgen machen den technischen Anspruch fühlbar. Den Lexus IS-F gibt zu einem Preis von rund 70.000 Euro. Angesichts des Gebotenen ein durchaus faires Angebot. Mit dem IS-F, das F steht für die japanische Rennstrecke Fuji, haben der Mercedes-Benz C 63 AMG und der BMW M3 einen sehr ernstzunehmenden Wettbewerber. Schließlich bekam der IS-F eine ordentliche Portion motorsportlicher Gene mit nach Europa. Nur einen Steinwurf von der Formel 1-Strecke Fuji Speedway entfernt, wurde die 270 km/h schnelle Sportlimousine entwickelt. Der Startschuss zum Projekt F war zunächst noch fraglich, bis das Lexus-Management den IS-F Prototypen fuhr. "Als die Top-Manager Runde um Runde abgespult hatten, brauchte ich nur in die zufrieden lächelnden Gesichter zu schauen, um zu wissen, dass uns ihre Unterstützung sicher war", erinnert sich Chef-Ingenieur Yukihiko Yaguchi gern zurück. "Und damit die Freigabe, das Auto wirklich zu bauen." Eine wirklich gute Entscheidung, meint nicht nur Formel 1-Pilot Timo Glock. (ar/pha)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 13.07.2009
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