Machtkampf zwischen Porsche und dem Land Niedersachsen?
Der größte Anteilseigner Porsche will auf der VW-Hauptversammlung die Satzung der VW AG ändern und seine Macht bei Volkswagen ausbauen. So soll die für wichtige Entscheidungen bisher nötige qualifizierte Mehrheit in der Hauptversammlung von derzeit 80 Prozent auf 75 Prozent gesenkt werden. Dies richtet sich aktuell gegen das Land Niedersachsen, das 20,1 Prozent an VW hält.
Das Land will diese Sperrminorität mit einem eigenen Antrag zu Satzung festschreiben. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte Ende Februar davor gewarnt, kein Aktionär solle bei Volkswagen so mächtig sein, dass er das Unternehmen allein dominieren könne. Der VW-Konzernbetriebsrat unterstützte die Position des Landes. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wegen des seit Monaten tobenden Streits um die Mitbestimmung in der Porsche Holding bereits eine "feindliche Übernahme" vorgeworfen.
Porsche forderte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung erneut auf, das VW- Gesetz vollständig zu streichen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) aber will das VW-Gesetz dem EuGH-Urteil anpassen und auch künftig wichtige Mitspracherechte der Arbeitnehmervertreter sowie des Landes verankern. Wiedeking kritisiert das als eine Ungleichbehandlung mit anderen deutschen Unternehmen. (ar/Sm)
Letzte Änderung: 16.03.2008
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