Mailänder Marke setzt in fünf Baureihen Multijet-Technologie ein
Alfa Romeo führte 2002 als weltweit erster Automobilhersteller unter der BezeichÂnung Multijet die aktuelle Generation der Common-Rail-Hochleistungsdiesel ein.
Den Start dieser neuen Technologieära markierte der 1.9 JTD 16V M-Jet mit einer Leistung von 103 kW (140 PS), der in den drei Baureihen Alfa 147, Alfa 156 und Alfa Sportwagon zur Verfügung stand. Heute wird der ebenso drehfreudige wie drehmomentstarke Vierzylinder (bis zu 320 Newtonmeter maximales Drehmoment) mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) ebenfalls im Alfa GT eingesetzt. Stärkster Multijet-Turbodiesel ist der 2.4 JTDM 20V. Der 147 kW ( 200 PS) starke Fünfzylinder ist für die Modellreihen Alfa 159 und dem Alfa 159 Sportwagon wählbar. Dem Alfa 166 vorbehalten bleibt der 2.4 JTD 20V M-Jet mit 132 kW (180 PS).
Der 1.9 JTD 16V M-Jet
Die Einspritzung des 1.910 cm 3 großen Motors erfolgt nach dem Multijet-System; hierbei sorgt eine in vier Phasen aufgegliederte Einspritzung für noch mehr Leistung, Drehmoment und Wirtschaftlichkeit. Bereits 1997 war Alfa Romeo die erste Automarke, die sowohl in einem 4-Zylinder-Diesel (Alfa 156 1.9 JTD) als auch in einem 5-Zylinder-Diesel (Alfa 156 2.4 JTD) die Common-Rail-Technologie einsetzte. Diese erste Generation besonders leistungsstarker, sparsamer und gleichzeitig komfortabler Dieselmotoren revolutionierte mit ihrer in zwei Phasen unterteilten Einspritzung (Unijet) den Dieselmarkt.
Das Multijet-System unterscheidet sich vom Unijet-System durch die in vier Phasen unterteilte Einspritzung. Der Piloteinspritzung folgen in Phase Zwei eine Voreinspritzung, die Haupteinspritzung in Phase drei und als vierte Phase eine Nacheinspritzung. Durch dieses Verfahren und die Umstellung von Zwei- auf Vierventiltechnologie konnte die Dynamik nochmals gesteigert und das Geräusch-, Verbrauchs- und Emissions-Niveau weiter gesenkt werden.
Die zentralen Funktionselemente des Multijet-Systems bestehen im wesentlichen aus drei Komponenten: der weiterentwickelten Common-Rail-Einheit Multijet EDC 16C39 für die automatische Zumessung des eingespritzten Kraftstoffes, den ebenfalls weiterentwickelten Injektoren und – als zentrales Element – einer neuen Steuereinheit (Electronic Control Unit) für das elektrische Öffnen und Schließen der Injektoren. Erst diese elektronische Steuereinheit ermöglicht es vier oder mehr Einspritzphasen mit einem maximalen Kraftstoffdruck von 1600 Bar auszuführen.
Konstruktiv basiert der 1.9 JTD 16V M-Jet auf dem erfolgreichen 1.9 JTD 8V mit 88 kW (120 PS). Die 16 Ventile werden über zwei obenliegende Nockenwellen gesteuert. Darüber hinaus erhöhte Alfa Romeo den im Common-Rail-System permanent vorgehaltenen Einspritzdruck von 1.300 auf 1.400 bar .
Der Vierventilzylinderkopf mit seinen Hydrostößeln, die Pleuel und die Kurbelwelle, der Zylinderkolben sowie die Kurbelwellen- und Pleuellager sind komplette Neuentwicklungen. Außerdem konzipierte Alfa Romeo den hochfesten Abgaskrümmer und den Ansaugkrümmer neu. Last but not least wurde die elektronisch gesteuerte EGR-Anlage (Abgasrückführung) und die Abgaskühlung optimiert. Herausragendes und für einen Alfa Romeo besonders wichtiges Motor-Merkmal: 90 Prozent seines maximalen Drehmomentes von 305 Newtonmetern stellt das Triebwerk bereits ab 1.750/min zur Verfügung. Und das bedeutet: souveräne Kraftentfaltung in allen Lebenslagen.
Der 2.4 JTD 20V M-Jet
Das Spitzenmodell der Common-Rail-Motoren aus dem Hause Alfa ist der kraftvolle Alfa Romeo Turbodiesel 2.4 JTD 20V M-Jet. Mit einer Leistung von 132 kW (180 PS) bei 4.000/min) und 385 Newtonmeter Drehmomentmaximum (bei 2.000/min) sorgt er im Alfa 166 für sportliche Fahrleistungen. Das gilt erst recht für den Alfa 159 und Alfa 159 Sportwagon in denen dieses Triebwerk sogar 147 kW (200 PS) und maximal 400 Newtonmeter Drehmoment produziert. Entwickelt wurde der Fünfzylinder auf der Basis des Zweiventilers gleichen Hubraums (2.4 JTD 10V mit 110 kW / 150 PS und 2.387 cm 3 ). Bei nahezu identisch niedrigem Verbrauch konnte die Leistung des Multijet-Common-Rail-Vierventilers gegenüber dem 2.4 JTD 10V um 20 Prozent und das DrehmomentÂmaximum um 12 Prozent verbessert werden.
Der Vierventil-Fünfzylinder zeichnet sich gegenüber dem Zweiventiler zudem durch nochmals weichere Laufeigenschaften sowie eine verbesserte Gesamtakustik (minus drei bis sechs Dezibel) aus. Die Aufladung des Motors übernimmt ein Garrett-Turbolader mit variabler Schaufelradgeometrie. Bereits an dieser Stelle wird die Leistungsabgabe optimiert und das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich erhöht. Beispiel: 90 Prozent des maximalen Drehmoments stehen – wie beim 1.9 JTD 16V M-Jet – bereits ab 1.750 Umdrehungen zur Verfügung.
Die Effizienzgrundlage des 2.4 JTD 20V M-Jet bildet weiterhin der hohe Einspritzdruck (1.600 bar) sowie die elektronische Steuerung der Injektoren. Wie beim 1.9 JTD 16V M-Jet dargestellt, steigt auch hier die Zahl der Einspritzungen pro Takt von zwei (Unijet) auf vier oder – theoretisch – mehr (Multijet). Das konstruktive Geheimnis des Multijet-Prinzips bildet die Steuereinheit zur elektrischen Öffnung und Schließung der Injektoren. Diese elektronische Steuereinheit ist erstmals in der Lage, auch eine Reihe extrem nah aufeinander folgende Einspritzungen ausführen zu lassen. Die Steuereinheit gestattet dabei gemeinsam mit den für das Multijet-Verfahren neu entwickelten Injektoren, die Drücke und Temperaturen im Brennraum präziser denn je zu kontrollieren und dabei die zugeführten Luftmengen besser auszunutzen.
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