Margendruck bei europäischen Autobauern durch strengere Emissionsvorgaben
Die CO2-Ausstoßbegrenzungen kosten die Hersteller demzufolge "echtes Geld", die Margen seien bei den Volumenherstellern jetzt schon "sehr niedrig". Daher könnten die vorgeschlagenen Emissionsstandards, die mit Kosten zwischen 600 Euro und 3000 Euro pro Fahrzeug veranschlagt werden, die Rentabilität der Autobauer deutlich beeinträchtigen.
"Mit einer durchschnittlichen Rentabilität von ein bis drei Prozent im Automobilbereich - dies entspreche rund 500 Euro pro Fahrzeug bei den meisten Volumenherstellern - stellen die vorgeschlagenen Emissionsstandards eine "echte Beeinträchtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit und der Bonität der europäischen Autobauer dar", erklärte Maria Bissinger, Kreditanalystin bei Standard & Poor´s. "Und obwohl wir der Ansicht sind, dass ein brauchbarer Kompromiss zwischen allen Beteiligten erzielt wird, bleibt eine Unbekannte bestehen, nämlich das Verbraucherverhalten. Wenn die Verbraucher ihr Kaufverhalten auf kleinere und treibstoffeffizientere Fahrzeuge umstellen, bedeutet das niedrigere Margen für die Autobauer."
Für die Volumenhersteller lasse sich anhand der Prognosen zu den Neuzulassungen keine Entwarnung geben. In ganz Europa zeige der PKW-Markt 2006 nur ein geringes Wachstum, für 2007 geht S&P von einer ähnlichen Situation aus. Selbst die Einführung neuer Modelle, die den Umsatz ankurbeln und die Gewinne steigen lassen kann, werde sich im laufenden Jahr kaum bemerkbar machen. Lediglich der Umsatz in den EU-Beitrittsstaaten lasse etwas hoffen.
Ein weiteres Problem - nämlich der Überkapazität - bleibe aber ungelöst. Laut Bissinger vermeiden die etablierten europäischen Autobauer zwar zusätzliche Kapazitäten in Westeuropa, hegen aber Pläne für einen weiteren Ausbau ihrer Kapazitäten in Osteuropa. Und das tun asiatische Hersteller wie Toyota und Hyundai Motor Co. ebenfalls. "Bei einer Kapazitätsauslastung von gerade mal knapp über 75 Prozent geht Standard & Poor´s davon aus, dass die Marktpositionen der etablierten europäischen Autobauer weiter unter Druck geraten werden. "Neue Marktteilnehmer werden von der Konzentration ihrer Produktionsstätten in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten profitieren", hieß es. (ar/tkn) Letzte Änderung: 20.03.2007
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