Medienbericht: Pischetsrieder soll MAN-Scania-Aufsichtsrat werden
"Der Mann ist ein Nutzfahrzeug-Fan", heißt es laut "Automobilwoche" in Aufsichtsratskreisen zur Begründung. Zudem sei er von der Persönlichkeit her "der ideale Aufsichtsrat". Bereits gestern wurde bekannt, dass der scheidende Volkswagen-Vorstand angeblich nach seiner Ablösung durch Audi-Chef Martin Winterkorn eine Sonderaufgabe im Konzern übernehmen soll. Pischetsrieder werde die Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania durch den deutschen Konkurrenten MAN voran bringen. Das Interesse Volkswagens an einer Fusion ist klar: Die Wolfsburger sind an beiden Unternehmen beteiligt und wollen ihre schweren Nutzfahrzeuge aus brasilianischer Produktion in eine Allianz einbringen.
Pischetsrieder steht vor einer schweren Aufgabe. Sein Ruf ist durch die Ablösung sicher nicht unbeschädigt, das macht die Verhandlungen schwerer. Gestern teilt Scania mit, dass der schwedische Großaktionär Investor seinen Anteil an dem Unternehmen von 19,3 auf 20,01 Prozent aufgestockt hat. Die Schweden sind nach Volkswagen (34 Prozent) zweitgrößter Aktionär bei Scania und lehnen die Übernahme durch MAN ab. MAN hatte kürzlich angekündigt, den Kauf eines Aktienpaketes von bis zu zehn Prozent der Anteile an VW zu prüfen. Das würde einem Börsenwert von mindestens zwei Milliarden Euro entsprechen. Bis Mitte November soll eine Entscheidung im Übernahme-Poker fallen. Ob Pischetsrieder dann Aufsichtsratsvorsitzender wird, ist offen. (ar/sb) Letzte Änderung: 10.11.2006
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