Mercedes-Benz SLK-Klasse: Weltweit einziges Auto mit Warmluftgebläse im Sitz
Messungen mit der Thermografie-Kamera zeigen, was AIRSCARF kann.
Sonne, Schnee und tiefblauer Himmel über den Schweizer Alpen -- das ist die Szenerie, die sich Cabrio-Fans wünschen. Doch für viele bleibt so ein Ausflug ein Traum. Denn in einer solchen Winterlandschaft offen Auto zu fahren, erfordert neben warmer Kleidung vor allem ein sehr leistungsfähiges und speziell auf die Erfordernisse eines offenen Autos abgestimmtes Heizsystem. Mercedes-Ingenieure haben es erfunden: die Kopfraumheizung AIRSCARF. Die SLK-Klasse ist weltweit das einzige Auto mit dieser Technik.
AIRSCARF (deutsch "Luftschal") findet auf Wunsch in der Rückenlehne des SLK-Sitzes
Platz: Ein Gebläse saugt Luft aus dem Innenraum des Sportwagens an und führt sie durch ein elektrisches Heizelement mit rund 200 Watt Leistung. Von dort gelangt die warme Luft über einen Kunststoffkanal bis in die Kopfstütze, wo sie aus einer speziellen, zur Fahrzeugmitte gerichteten Belüftungsöffnung strömt.
Auf diese Weise bringen die Mercedes-Fachleute die Wärme nah an die Insassen und erreichen in Kopfhöhe von Fahrer und Beifahrer auch dann angenehme Temperaturen, wenn winterkalter Fahrtwind über den Roadster weht.
Aufnahmen mit der Thermografie-Kamera zeigen, wie wirksam das patentierte AIRSCARF-Heizsystem der SLK-Klasse bei winterlichen Außentemperaturen arbeitet. Die rund 60 000 Euro teure Spezialkamera macht sichtbar, was normalerweise im Verborgenen bleibt: Die Wärmestrahlung von Personen oder Gegenständen.
Das Prinzip: Oberhalb des absoluten Nullpunktes von minus 273 Grad Celsius strahlt grundsätzlich jedes Objekt Wärme ab -- auch Eiswürfel oder Schneebälle. Diese thermische Energie ist infrarotes Licht mit einer Wellenlänge, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Je höher die Temperatur des Gegenstandes, desto intensiver seine Infrarotstrahlung.
Thermogramme zeigen den Wärmekomfort durch AIRSCARF
Auf diesem physikalischen Grundprinzip beruhen die AIRSCARF-Tests der Mercedes-Ingenieure mit der Thermografie-Kamera. Ihre hochempfindliche Optik tastet Fahrerin, Sitzlehne und Teile des SLK-Innenraums ab und macht Wärme
sichtbar: Zonen mit hoher Wärmestrahlung erscheinen auf dem Kontrollmonitor in Rot, Violett und Weiß, während kühlere Bereiche grün oder gelb erscheinen.
Die Farben Dunkelblau und Schwarz kennzeichnen hingegen Bereiche, wo die Temperatur am geringsten ist.
Deutlich zeigen die Thermogramme, wie wirksam sich die temperierte Luft aus der Kopfstütze über Nacken und Hinterkopf legt und wie sich die Wärme von dort ausbreitet. Bereits nach kurzer Fahrt entsteht im Bereich von Schulter, Hals und Kopf eine angenehme Temperaturzone -- ein Schal aus warmer Luft.
Keramikelemente in der Sitzlehne sorgen schnell für behagliche Wärme
Neben dem geringen Platzbedarf zählen vor allem die Schnelligkeit beim Aufheizen und die gleich bleibende Wärmeleistung zu den größten Vorteilen dieser innovativen Mercedes-Technik. Das Heizelement in der Rückenlehne basiert auf der modernen PTC-Technik (Positive Temperature Coefficient): Keramikteilchen werden mit Strom versorgt, erhitzen sich dabei sekundenschnell und geben anschließend kontinuierlich Wärme ab. Vor Überhitzung schützt sich die Heizkeramik, indem sie ihre Oberflächentemperatur selbst überwacht und die Leistungsaufnahme bei Bedarf automatisch verringert. Die Heizwirkung bleibt dennoch konstant.
AIRSCARF startet auf Knopfdruck und wird bis 120 km/h je nach Außentemperatur und Fahrtempo gesteuert, sodass die Kopfraumheizung in jeder Situation die bestmögliche Warmluftverteilung erreicht. Oberhalb dieser Geschwindigkeit arbeitet das System mit einer konstanten Einstellung. Per Tastendruck an der Mittelkonsole können Fahrer und Beifahrer die Wärmezufuhr auch individuell in drei Stufen einstellen.
So unterstützt AIRSCARF die Klima-Automatik und die Sitzheizung und bietet auch im Winter ein Roadster-Erlebnis mit Mercedes-typischem Komfort.
Letzte Änderung: 15.02.2006
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