Mercedes-Benz startet mit dem E 320 Bluetec neue Diesel-Ära in den USA
Moderne Dieselfahrzeuge, die in Westeuropa bereits mehr als die Hälfte der jährlichen Neuzulassungen erzielen, konnten ihr Potenzial in den USA wegen des bisher zu hohen Schwefelgehalts im Kraftstoff noch nicht voll entfalten. Das ändert sich nun dank flächendeckender Einführung von sauberem Dieselkraftstoff mit einem Schwefelgehalt von nur noch 15 ppm. So genannter "Ultra Low Sulfur Diesel" (ULSD) wird im ersten Schritt an bis zu 76 000 Tankstellen angeboten und ermöglicht den Einsatz von Bluetec. Mit dieser Dieseltechnologie kann Mercedes auch bei den Stickoxiden die weltweit strengsten Emissionsgrenzwerte einhalten. Der 208 PS starker Dreiliter-V6 entwickelt ein Drehmoment von 526 Nm und soll dabei im Schnitt mit 6,7 Litern Diesel auf 100 km auskommen.
Da die Kraftstoffpreise weiter steigen werden, erwarten Experten einen weltweit verstärkten Diesel-Trend. Die aktuelle J.D.-Power-Studie "Global Outlook For Diesel" prognostiziert, dass der weltweite Diesel-Marktanteil von heute 18 auf rund 30 Prozent im Jahr 2015 steigen wird: In Nordamerika wird für Diesel- Neuzulassungen ein Anteil von über 15 Prozent erwartet. Mercedes will darauf mit weiteren Modellen reagieren. "Zusätzlich zum E 320 wollen wir in den USA bereits 2008 drei weitere Bluetec-Modelle anbieten - in der R-, der ML- und der GL-Klasse." Auch in Japan will das Unternehmen die Technik künftig anbieten.
Bluetec ist ein modulares Abgas-Reinigungssystem, das die Stickoxide reduziert. Diese sind die einzige Abgas-Komponente, die heute bei Dieselmotoren konzeptbedingt noch über dem Wert von Benzinern liegt. Mercedes-Benz hat die Technik in zwei Versionen entwickelt: Bei der E-Klasse werden Oxidations- Katalysator und Partikelfilter mit einem weiterentwickelten, besonders langlebigen NOx-Speicher-Katalysator sowie einem zusätzlichen SCR-Katalysator kombiniert. Die zweite Version ist noch wirkungsvoller. Hierbei wird AdBlue, eine wässrige Flüssigkeit, in den Abgasstrom eingespritzt. Dabei wird Ammoniak frei gesetzt, das im nachgeschalteten SCR-Katalysator bis zu 80 Prozent der Stickoxide zu unschädlichem Stickstoff und Wasser reduziert. Welches System zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Fahrzeugkonzept und -gewicht sowie den Denoxierungs-Anforderungen ab. (ar/sb) Letzte Änderung: 06.09.2006
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