Morgen entscheidet der Conti-Aufsichtsrat über Abwehrstrategie
Die Hoffnung auf die Finanzaufsicht BaFin scheint man im Conti-Hauptquartier aufgegeben zu haben. Die Anwälte des Unternehmens halten es offenbar für wenig aussichtsreich, auf eine Entscheidung der BaFin gegen die Swap-Geschäfte zu hoffen. Schaeffler hatte sich den Zugriff auf 28 Prozent der Conti-Anteile bei Banken gesichert ohne sie zu erwerben, was Wennemer als illegales "Anschleichen" interpretierte.
Eine Möglichkeit der Abwehr bestünde darin, einen Inestor zu finden, der mehr pro Aktie bietet als Schaeffler mit seinem Angebot von 70,12 Euro. Dann müssten die Banken ihre Conti-Anteile an diesen Investor verkaufen, wenn sie sich nicht des verbotenen gemeinschaftlichen Handelns am Wertpapiermarkt schuldig machen wollten.
Im Gespräch war in den vergangenen Tagen auch der Zukauf eines weiteren Unternehmensin einer Größenordnung von 3 Mrd. Euro. Das würde den Preis für Schaeffler hochtreiben. Conti könnte einen Zukauf mit eigenen Aktien und einer Kapitalerhöhung finanzieren. Die Schaeffler-Gruppe hatte dazu bereits erklärt, sie habe nichts gegen einen solchen Zukauf einzuwenden, wenn er ins Portfolio passe.
Die dritte Möglichkeit ist die Verzögerung des Vorgangs durch die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens. Sollte diese Strategie gewählt werden, bestünde der Vorteil in einem Zeitgewinn von sechs Wochen, in denen man weiter nach Investoren suchen und die Abwehrfront der Banken verstärken könnte, der sich jetzt kürzlich als achte Bank auch der deutsche Zweig von Morgan Stanley angeschlossen hat.
Die Arbeitsnehmerseite sieht als Voraussetzung für ihre Zustimmung einklagbare Vereinbarungen über den Erhalt des Unternehmens mit Sitz in Hannover sowie Standort- und Arbeitsplatzgarantien. Das hatte die Schaeffler-Gruppe in der Vergangenheit bereits mehrfach zugesagt. (ar/Sm) Letzte Änderung: 12.08.2008
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