Nach 70 Jahren Opel Kadett Strolch wiederentdeckt
Der Roadster hat allerdings nie als Serienfahrzeug das Licht der Welt erblickt. Aus einem alten Sitzungsprotokoll der Geschäftsführung geht hervor, dass unter anderem angesichts knapper Stahlressourcen im Vorfeld des zweiten Weltkriegs und potentiell geringer Stückzahlen in diesem Segment das Projekt nicht weiter verfolgt werden sollte. Offensichtlich war Opel bis dahin aber schon gut auf einen Marktstart vorbereitet.
Die Opel Classic-Experten waren so fasziniert von der 3,62 Meter langen Fahrzeugstudie, dass die Idee entstand, den Strolch 70 Jahre nach seiner Konzeption nochmals in die Realität umzusetzen. Ein Kadett von 1938, der in der Opel-Oldtimersammlung als Ersatzteillieferant gedient hatte, bildete die Basis.
Besondere Herausforderungen waren die Gestaltung des windschnittig geformten Hecks und das Herausarbeiten jener Karosserieteile, die nicht der Kadett-Serie entsprechen. Auch Konstruktion und Bau des Stoffklappverdecks ohne präzise Unterlagen erforderten viel Fantasie und technisches Verständnis. Einziges Orientierungsmittel waren die alten Fotos. Um die richtige Farbe des alten Prototyps herauszufinden, wurden die historischen Schwarz-Weiß-Fotos einer präzisen Grauwert-Analyse unterzogen. Ergebnis: Der Ur-Strolch leuchtete in kräftigem Rot.
Der neue alte Strolch wird nun bei Oldtimerveranstaltungen, zum Beispiel auf dem Oldtimer-Grand-Prix vom 7. bis 9. August 2009 am Nürburgring, präsentiert. (ar/nic)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 29.07.2009
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