New York Autoshow: Verbrauchsstandards als Treibstoff

Bis 2020 sollen alle Fahrzeuge eines Herstellers, die in den USA angeboten werden, im Durchschnitt nur noch rund acht Liter Treibstoff pro 100 Kilometer verbrauchen. Der Kongress hat den Flottenverbrauch mit dem Corporate Average Fuel Economy
(Cafe)-Standard auf 35 Meilen pro Galone (mpg) festgelegt. Diese Entscheidung ist Treibstoff für die amerikanischen Hersteller. So wundert es einen wenig, wenn die New York International Autoshow Trends neu aufzeigt oder verstärkt wiedergibt, die sich die amerikanische Automobilindustrie noch vor Jahren nicht hätte vorstellen können.

Die Amerikaner haben sogleich einen Slogan für ihr neues Automobilverständnis zur Hand: "Die Welt zu retten, muss nicht langweilig
sein", sagen sie und zeigen alle mindestens ein Modell mit einem Verbrauch unter zehn Liter auf 100 km. Man findet sie in allen Fahrzeugklassen, nicht nur bei den Kleinen, denen man das Öko-Bewusstsein seiner Konstrukteure schon von weitem ansieht.

Kombis haben es dabei aber immer noch schwer in den USA. Fließheck-Fahrzeuge liegen dagegen im Trend. Wenn überhaupt ein Kombi, dann einer mit viel PS unter der Haube und einem Sportfahrwerk unten drunter - am liebsten einer aus Europa. Die Audis mit ihrem Audi A4 Avant werden diesen Trend lieben.

Sogar über weniger Zylinder als acht denkt man inzwischen in den USA nicht nur nach. "Downseizing" ist nicht länger ein Schlagwort aus Europa. Mit der besseren Zuverlässigkeit von Turboladern und Kompressoren tritt man auch hier dem Gedanken näher, die Leistung nicht mehr aus acht, sondern nur noch aus sechs Zylindern zu holen. Selbst die Zahl vier hat alles Anrüchige verloren. So darf auch Mercedes-Benz hier schon Beachtung erwarten, wenn das Unternehmen sagt, die Bluetech-Diesel böten die Kraft eines Achtzylinders aus einem Sechszylinder mit dem Verbrauch eines Vierzylinders.

Hybrids sind immer noch in. Mit dem Cafe-Standard im Nacken erobern sie sich Fahrzeugklassen, in denen man sie nicht erwartet hätte, als der Toyota Prius vor Jahren als brave Limousine der unteren Mitteklasse in den USA seinen Erfolgsweg begann. Der Hybridantrieb scheint vielen Herstellern als eine Lösung, den Verbrauch der ganz großen Trucks und SUV so weit herunterzuholen, dass sie den Durchschnittswert nicht allzu sehr stören.

Das ist sicher auch einer der Gründe für den sich schon abzeichnenden Erfolg des Diesels in Amerika. Ford, General Motors und Dodge werden große Trucks mit Diesel anbieten. Heute schon im Markt sind Volkswagen und Mercedes-Benz. Dabei bedient sich Volkswagen des in den USA üblichen Begriffs "Clean Diesel", um seine Blue Motion-Modelle einzuordnen, und Mercedes-Benz setzt auf "Bluetec". BMW hält sich dagegen beim Diesel eher zurück.

Aber was wäre Amerika ohne Widerspruch. Der Cafe-Standard gilt nicht für große Trucks und schwere Vans, wenn sie gewerblich eingesetzt werden. Auch das hat einen Trend ausgelöst: Die werden noch gigantischer, und sicher werden Privatleute Wege finden, die Giganten zu erwerben. (ar/Sm) Letzte Änderung: 20.03.2008





Ford Explorer. Foto: UnitedPictures
Ford Explorer. Foto: UnitedPictures






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