Nissan erprobt Systeme gegen Alkohol und Müdigkeit am Steuer
Herzstück des Alkoholtestgerätes ist ein Ethanolsensor. Er misst nicht den Atemalkohol, sondern die Ausdünstungen der Haut. Im Prototyp befindet sich ein Messfühler im Schalthebel, der kontinuierlich die Handfläche überprüft und auf Ethanolkonzentrationen reagiert. Überschreitet der gemessene Alkoholgehalt einen definierten Grenzwert, wird das Getriebe automatisch blockiert. Eine elektronische Stimme nennt dem Fahrer den Grund der Sperre. Weitere Sensoren, etwa an der Lehne des Sitzes, sollen Manipulationen verhindern.
Auch übermüdete Fahrer verursachen häufig Unfälle im Straßenverkehr. Bei der Warnung vor einem bevorstehenden Sekundenschlaf setzt der japanische Autobauer auf Videotechnik, die die Lidschläge erfasst. Sobald ein sicherheitsrelevanter Wert unterschritten wird, leuchtet nicht nur ein Warnsignal auf, sondern ertönt zusätzlich ein Weckruf und wird der Sicherheitsgurt spürbar angezogen. Versuche haben ergeben, dass gerade die Kombination aus optischen, akustischen sowie haptischen Reizen besonders wirkungsvoll ist und für eine lang anhaltende Wachphase sorgt.
Ein drittes Sicherheitssystem überwacht die Fahrwerks- und Lenk-Sensorik. So prüft der Bordcomputer, ob der Fahrer die Spur hält und Lenkkorrekturen im Vergleich zu Vorgaben einer digitalen Navigations-Karte richtig erfolgen. Kontrolliert wird außerdem, ob der Lenkeinschlag zum Kurvenradius passt oder scharfe Lenkradbewegungen auf hektische Korrekturen hinweisen. Im Bedarfsfall fordert eine elektronische Stimme aus dem Rechner zur Pause auf. (ar/jri) Letzte Änderung: 02.10.2007
Ein Kamera erfasst im Nissan-Erprobungsfahrzeug die Lidbewegungen. Foto: Auto-Reporter/Nissan
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