Öl: Preise, Verbrauch und Reserven steigen
Die seit Jahren zunehmende Investitionstätigkeit der Ölgesellschaften haben weitere Ölvorkommen aufgespürt. Die sicher bestätigten Reserven stiegen von 175,4 Milliarden Tonnen auf 178,7 Milliarden Tonnen. Dabei handelt es sich ausschließlich um die Vorkommen, die durch Bohrungen bestätigt sind und mit heutiger Technik wirtschaftlich gefördert werden können. Die tatsächliche Menge aller vorhandenen Vorkommen ist weit höher.
Der Gesamtverbrauch an Öl stieg der Studie zu Folge weltweit um über ein Prozent auf 3896 Millionen Tonnen. Die weltweite Erdölförderung lag mit 3942 Millionen Tonnen noch höher.
Bei Gas wuchsen die Reserven um 1,1 Prozent auf knapp 175 Billionen Kubikmeter. Dabei war der Zuwachs in der GUS mit 3,2 Prozent am stärksten. Die Welterdgasförderung erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 2,8 Billionen Kubikmeter; der Verbrauch ist um 1,7 Prozent auf 2,9 Billionen Kubikmeter gestiegen.
Die Preisentwicklung für Rohöl und Mineralölprodukte verlief nicht parallel. Während Rohöl mit Durchschnittspreisen von 73 Dollar pro Barrel in den Monaten Juli und August bisher nicht bekannte Preisspitzen erreichte - zum Teil mussten 78 Dollar pro Barrel der Rohölsorte Brent gezahlt werden - sank der Preis im Herbst und Winter 2006 wieder ab. Im Januar 2007 erreichte er mit einem Durchschnittswert von 54 Dollar pro Barrel einen Tiefststand, klettere dann aber wieder über die 70- Dollar-Marke trieb.
Für Europa ist der Rotterdamer Markt maßgeblich. Dort folgten die Benzin- und Dieselpreise zwar den Bewegungen des Rohölpreises, zeigten aber stärkere Ausschläge nach oben. Der Grund liegt - insbesondere beim Benzin - an der weiterhin starken Importtätigkeit amerikanischer Händler. Für das Jahr 2006 wird eine Menge von 50 Millionen Tonnen geschätzt, die den Weg in die USA gefunden haben, um die dortige Unterdeckung aufgrund fehlender Raffineriestrukturen auszugleichen. Rechnerisch besteht dort bei einem Verbrauch von 940 Millionen Tonnen und einer Raffineriekapazität von 864 Millionen Tonnen eine Unterversorgung von knapp 80 Millionen Tonnen. (ar/jri) Letzte Änderung: 28.06.2007
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