Peugeot 307 WRC bei der Rallye Finnland

(6. bis 8. August 2004) - Finnisches Heimspiel für Peugeot-WerkspilotenDreimal in Folge siegte Peugeot-Werkspilot Marcus Grönholm zwischen 2000 und 2002 mit Peugeot bei der Rallye Finnland. Auch bei der diesjährigen Auflage des Schotter-Klassikers in den Wäldern rund um die Universitätsstadt Jyväskylä gilt der Finne mit seinem Peugeot 307 WRC als einer der Favoriten auf den Sieg. "Diese Schotterstrecken sind extrem schnell. Ich mag diesen Typ Rallye, schließlich habe ich das Fahren auf solchen Waldwegen gelernt", erklärt der zweimalige Rallye-Weltmeister. Auf den Highspeed-Pisten in Mittelfinnland feierte Grönholm bereits 1989 als Privatfahrer sein WM-Debüt. Später gelangen ihm hier seine größten Erfolge: Mit seinen Siegen legte der heute 36 Jahre alte Peugeot-Werkspilot beim Heimspiel jeweils den Grundstein für den Titelgewinn in den Jahren 2000 und 2002. Grönholm startet nun zum 16. Mal bei dem Rallye-Klassiker, der unter dem Namen "1000 Seen-Rallye" berühmt wurde. Sein Ziel: Der erste Sieg mit dem Peugeot 307 WRC. Bereits bei der Rallye Argentinien führte Grönholm das Feld an, fuhr neun von insgesamt 26 Bestzeiten, fiel aber nach einem Fahrfehler aus.

"Wir sind gut vorbereitet", meint auch Grönholms Teamkollege Harri Rovanperä. "In Finnland sollte uns ein gutes Ergebnis gelingen. Denn wir haben dort ausgiebig getestet, außerdem ist das Fahrzeug inzwischen sehr schnell." Auch Rovanperä kennt die Strecken mit den spektakulären Sprungkuppen sehr gut: Elfmal startete er bereits in Mittelfinnland. Das beste Ergebnis des Schotter-Spezialisten, der in Jyväskylä lebt, dem Start- und Zielort der Rallye, war 2000 der dritte Rang mit einem privat eingesetzten Fahrzeug.

Corrado Provera, der Direktor von Peugeot Sport, hat zur Halbzeit der Saison 2004 die Strategie geändert. "Seit der Rallye Argentinien ist es unwahrscheinlich, den Titel in der Marken-WM noch zu gewinnen", erklärt Provera. "Unser Ziel ist nun, den 307 WRC bis zum Jahresende zum Siegerauto zu machen. Daran arbeiten wir mit aller Kraft."


Risto Pietiläinen: "Wir wollen beim Heimspiel glänzen"

Wie blicken Sie als Beifahrer von Harri Rovanperä Ihrem WM-Heimspiel in Finnland entgegen?
"Die Rallye Finnland ist für mich die schönste Rallye im WM-Kalender. Doch für einen Beifahrer ist sie auch die schwierigste Rallye, denn auf den extrem schnellen Strecken und den vielen Sprungkuppen muss der Aufschrieb perfekt sein, man muss genau die richtige Linie treffen."

Auf TV-Bildern erscheint es, als wären die Autos in Finnland fast ständig in der Luft. Wie notieren Sie Kuppen in Ihrem Aufschrieb?
"Wir geben an, von welcher Seite man die Kuppe anfährt und beschreiben Speed und die Linie. Das klingt so: "Jump, von Rechts nach Links, voll."

Sie leben in Jyväskylä. Ist der Druck vor dem Heimspiel größer?
"Ja, ich fühle mehr Druck. Harri und ich wollen bei der Rallye Finnland unbedingt ein gutes Ergebnis erzielen. Obwohl ich in der Stadt lebe, werde ich ins Hotel ziehen, dort kann ich mich besser konzentrieren als zu Hause bei meinen drei Kindern. Andererseits gibt mir mein Heimspiel auch viel Selbstvertrauen und Sicherheit – ich kenne dort jeden Meter, brauche keinen Stadtplan oder Roadbook wie bei anderen Events."

Corrado Provera, der Direktor von Peugeot Sport, sagt, Harri Rovanperä hätte sich 2004 zum Vorteil verändert. Ihr Eindruck?
"Das freut mich. Allerdings sehe ich Harri fast täglich, da wir zusammen trainieren. Weil mir Harri sehr nahe steht und wir sehr viel Kontakt miteinander haben, fallen mir Veränderungen sicherlich weniger auf als jemanden, der ihn seltener trifft."


Peugeot bei der Rallye Finnland

Drei Jahre lang war Peugeot in Finnland ungeschlagen. 2000, 2001 und 2002 ging der Sieg auf den Schotterstrecken rund um Jyväskylä an Marcus Grönholm im Peugeot 206 WRC. Im Jahr 2003 fiel Grönholm in Führung liegend aus, sein Teamkollege Richard Burns belegte Rang drei. Die Erfolge der französischen Marke reichen weit zurück. Schon vor mehr als 50 Jahren verzeichnete Peugeot mit dem 203 den ersten Sieg in Finnland. Einen wahren Durchmarsch praktizierte Peugeot Mitte der achtziger Jahre: Nach dem ersten Sieg des 205 Turbo 16 mit Ari Vatanen 1984 gewann Timo Salonen dort ein Jahr später und feierte mit Peugeot den ersten Weltmeistertitel. 1986 gelang Peugeot mit Timo Salonen der Hattrick.

Letzte Änderung: 30.07.2004









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