Peugeot: Leicht wachsen in neuen Strukturen
Wichtigste Neuheit dürfte der 207 CC werden, der seinen äußerst erfolgreichen Vorgänger beerbt. Ab Ende April ist er zu Preisen ab 18 450 Euro erhältlich und bewegt sich trotz Größenwachstums auf dem Niveau des 206 CC. 12 000 Einheiten will Peugeot absetzen, ein ehrgeiziges Ziel aufgrund der wachsenden Konkurrenz in diesem Segment. Die Limousine des 207 wird erst im Jahr 2007 richtig zur Geltung kommen, weil das wichtige Basismodell mit 75 PS erst im September nachgeschoben wurde. Im vergangenen Jahr verkaufte er sich nach verhaltenem Start knapp 20 000 Mal, im laufenden Geschäftsjahr sollen es insgesamt 50 000 Einheiten werden. Neue Motoren aus der Kooperation mit BMW werden ebenfalls für neuen Schwung nicht nur auf der Straße sorgen. Die Zahlen des 206 CC fielen um fast 30 Prozent auf etwa 12 000 Einheiten, ohne diesen Einbruch, so Peugeot Deutschland Geschäftsführer Olivier Dardart, "wären wir nicht im Minus gewesen".
Bereits im Februar kommt der Expert zu den Händlern. Für die Großfamilie ist die Pkw-Variante Tepee am Start. Die Nutzfahrzeugfamilie war bereits 2006 erfolgreich und konnte um 17 Prozent auf 4867 Einheiten zulegen, 2007 sollen es dank des Expert mehr werden. Das Servicegeschäft entwickelte sich positiv und legte um sechs Prozent auf 198 Millionen Euro zu. Das Flottengeschäft, generell ein schwieriger Markt für Exporteure, legte auf niedrigem Niveau ebenfalls leicht zu und steigerte den Marktanteil auf 2,21 Prozent. Auch der Anteil bei den "Business-Kunden" expandierte leicht. Da hier aber traditionell eher wenig Geld verdient wird, will Peugeot verstärkt Privatkunden gewinnen.
Dazu könnte ab Herbst der 308 beitragen, der den in die Jahre gekommenen 307 ablöst. Der war zwar in seinem Segment Nummer 4 der Importeure in Deutschland, kam aber nur noch auf 17 000 Exemplare. Einzelheiten zum 308 gibt Peugeot noch nicht preis, aber erste Fotos zeigen, dass er deutlich dynamischer daher kommt als sein Vorgänger. Zu Preisen ab etwa 18 500 Euro wird dann auch der Kombi des 207 zu haben sein, bei den Franzosen SW genannt. Er übernimmt die Motorenpalette der Limousine in weiten Teilen, wird aber wohl mindestens um die 90 PS in der Basis haben.
Spät, vielleicht zu spät kommt Peugeot mit einem SUV. Der 4007 basiert technisch auf dem Mitsubishi Outlander, dessen Plattform mit einer eigenen Karosserie versehen wurde. So konnte der Konzern viel Geld sparen. Als Motor kommt ausschließlich ein Sahnestück aus dem PSA-Konzern zum Einsatz: Der 2,2-Liter-Diesel mit Commmon-Rail-Technik leistet 156 PS, etwa satte 350 Nm Drehmoment und wird selbstverständlich mit FAP-System geliefert. Dennoch wird der 4007 vor allem ein Imageträger sein. Die knapp 1000 Einheiten für den deutschen Markt im ersten Jahr werden sich auf die Bilanz kaum auswirken. Insgesamt stehen weltweit 15 000 Fahrzeuge für Peugeot zur Verfügung.
Der 2,2-Liter-Diesel befeuert unter anderem auch denn 407, den 2006 immerhin rund 13 000 Kunden kauften. Das Image als umweltfreundlicher Anbieter fortschrittlicher Dieseltechnologie solle der im 307 als Prototyp vorgestellte Dieselhybrid weiter prägen. Verbräuche unter vier Liter sollen ab 2010 im Serienfahrzeug möglich sein. Ein D-Kat-System, wie bei Toyota, ist vorerst nicht geplant.
Insgesamt zwölf neue Modelle in drei Jahren wecken große Erwartungen. Fünf allein im Jahr 2007 dürften für moderates Wachstum bei Peugeot sorgen. Dadart erwartet 111 000 Fahrzeuge, der Marktanteil soll auf 3,34 Prozent wachsen. Er nennt das ambitioniert, denn neue Wege in Marketing, Service und Vertrieb müssen erst etabliert werden, deshalb die vordergründig bescheidene Prognose.
Die Politik, Verkäufe mit neuen Modellen anzukurbeln, ist allerdings nicht neu, sondern weit verbreitet. Sonderleistungen wie ein "Rundum Glücklich"-Paket inklusive 48 Monaten Garantie, Wartung, Verschleißreparaturen und Versicherung gehören fast schon zum guten Ton. Beim Service will Dadart angreifen, hier haben die Franzosen seiner Meinung nach noch ein großes Potenzial. Hier können Unternehmen und Händler viel Geld verdienen, aber dafür muss man Kunden binden. Werkstätten und Händler sollen sich dafür einem strengeren Qualitätsmanagement unterziehen. Zunächst will das Unternehmen unter der Top Ten bei der Kundenzufriedenheit, mittelfristig soll Peugeot unter den Top 5 rangieren. "Fernziel" ist kontinuierliches Wachstum, bis 2010 soll der Marktanteil in Deutschland vier Prozent betragen. (ar/sb) Letzte Änderung: 23.01.2007
Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
- ADAC Camping-Caravaning-Führer 2007 ist auf dem Markt
- Christie's versteigert Auto Union Rennwagen Typ D in Paris
- Porsche weist Profitabilitätsberechnung von B&D-Forecast zurück
- "Smart Story" wird aufgrund der Nachfrage bis 4. Februar verlängert
- Betrunkener Freizeitkapitän muss auch Führerschein abgeben


