Pkw-Absatz ging 2009 weltweit um 3 Prozent zurück
Insbesondere der chinesische Markt, der 2009 einen regelrechten Absatzboom verzeichnete, verhinderte einen stärkeren Rückgang der weltweiten Pkw-Verkäufe. Im Gesamtjahr wuchsen in China die Verkäufe um mehr als 47 Prozent auf 8,4 Mio. Einheiten an. Die chinesische Regierung hatte im Februar im Rahmen eines Konjunkturprogramms die Verkaufssteuer für Kleinwagen bis 1,6 Liter Hubraum halbiert und damit die Pkw-Nachfrage trotz gedämpfter Wirtschaftsentwicklung in die Höhe getrieben. Auch der indische Pkw-Markt konnte im abgelaufenen Jahr einen deutlichen Anstieg verbuchen. 2009 wurden in Indien gut 1,8 Mio. Pkw verkauft und der Absatz damit um mehr als 17 Prozent gesteigert.
Im Jahr 2009 überstieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa (13,6 Mio.) das Vorjahr um knapp 1 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichnete dabei Deutschland mit einem Absatzplus von 23 Prozent. Auch in Frankreich, wo seit Ende 2008 eine Abwrackprämie gezahlt wird, legte der Absatz im Gesamtjahr um 11 Prozent zu. Der italienische Pkw-Markt, der seit Februar staatlich gestützt wird, erreichte im vergangenen Jahr in etwa das Vorjahresniveau (- 0,2 %). Das Pkw-Geschäft in Großbritannien und Spanien hat zwar seit Einführung der Verschrottungsprogramme im Mai deutlich an Fahrt gewonnen, jedoch war der Absatz im Gesamtjahr aufgrund der niedrigen Absatzzahlen zu Beginn des Jahres um 6 Prozent und 18 Prozent rückläufig.
In den neuen EU-Ländern hat die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem Nachfrageeinbruch von mehr als einem Viertel geführt (- 27 %). Lediglich Tschechien (+ 13 %) und die Slowakei (+ 7 %) verzeichneten im Gesamtjahr einen Anstieg der Neuzulassungen. In Polen lagen die Verkäufe von Pkw auf Vorjahresniveau. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Rumänien mit nahezu 60 Prozent und Bulgarien mit 49 Prozent. Der Absatz in den Baltischen Staaten brach 2009 sogar um 71 Prozent ein.
In der Türkei stieg der Pkw-Absatz im Gesamtjahr 2009 um 21 Prozent auf 369 800 Fahrzeuge. Die türkische Regierung hatte von März bis Ende September die Verbrauchssteuer für den Kauf von Kleinwagen halbiert und damit die Pkw-Nachfrage kurzfristig angekurbelt. In Russland hat sich das Pkw-Geschäft im Jahr 2009 fast halbiert. Die russische Wirtschaft steckt tief in der Rezession, doch gab es zum Jahresende erste Anzeichen einer Erholung. Insgesamt zeichnet sich für Osteuropa 2010 ein leichter Anstieg des Pkw-Absatzes ab.
In Brasilien stiegen die Verkäufe von Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) im Gesamtjahr um nahezu 13 Prozent auf mehr als 3 Millionen Fahrzeuge. Das Nachbarland Argentinien verbuchte hingegen einen Absatzrückgang von knapp einem Fünftel.
In den USA hat sich der Absatz von Light Vehicles zum Jahresende weiter stabilisiert. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat dem amerikanischen Automobilgeschäft im abgelaufenen Jahr stark zugesetzt und zu einer deutlichen Abnahme beim Neuwagenkauf geführt. Im Gesamtjahr 2009 verzeichnete der US-Markt einen Absatzrückgang von 21 Prozent auf 10,4 Millionen Light Vehicles. Dabei konnten die deutschen Hersteller seit nunmehr fünf Jahren ihren Light-Vehicles-Marktanteil kontinuierlich, auf aktuell 7,3 Prozent, steigern.
Auch in Japan hat das Pkw-Geschäft gegen Ende des Jahres deutlich an Fahrt gewonnen. 2009 wurden auf dem japanischen Markt 3,9 Mio. Neuwagen verkauft (- 7 %).
Für 2010 zeichnet sich nach VDA-Einschätzung eine Belebung auf dem Welt-Pkw-Markt ab, zu der weiterhin die asiatischen Wachstumsmärkte, aber auch die USA beitragen werden. In Westeuropa dürfte dagegen das Neuzulassungsvolumen aufgrund des Auslaufens der staatlichen Eingriffe in einigen Ländern eher niedriger ausfallen. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 15.01.2010
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