Presse-Präsentation Honda SW-T 400: Luxuriöser Stoiker
Das Design orientiert sich an gängigen Stilvorgaben, in Sachen Fahrleistung und Komfort soll der SW-T 400 aber Maßstäbe setzen. Und das tut er. An sinnvollen Details herrscht kein Mangel. Da sticht zu allererst das üppige Staufach unter der Sitzbank hervor. Es fasst bei Bedarf nicht nur zwei Helme oder Aktentasche und Laptop, sondern ist zudem für Fahrten in den Abendstunden beleuchtet. Eine kleine, aber nette Geste: Der harte Plastikboden ist mit einer Textileinlage ausgekleidet. Im Cockpit finden sich zwei weitere kleine Handschuhfächer, von denen eines abschließbar ist. Hier finden Handy, Zigarettenschachtel oder andere Kleinigkeiten leicht und sicher Platz. Der kleine Bordcomputer verfügt zudem über eine Anzeige für den Durchschnittsverbrauch. Uns wurde ein Wert von fünf Litern gemeldet.
Für entspanntes Touren sorgen ein einladendes Sitzpolster mit kleiner Stütze sowie ein langer Fußraum und die hohe Windschutzscheibe, die den Oberkörper sehr wirkungsvoll entlastet. Auch die übrige Ausführung der Verkleidung bietet guten Wetterschutz. Mitfahrer dürfen sich hinten über ein ebenfalls ausreichend großes Sitzkissen mit leichter Rückenlehne und vor allem über eine hohe Sitzposition freuen, die viel freien Blick auf die Strecke bietet und zu einer bequemen Beinhaltung beiträgt.
Natürlich hatte sich Honda bei der Presse-Präsentation seiner neuen Modellpalette wegen der schönen Landschaft und der kurvigen Straßen für den Spessart entschieden. Auf dem SW-T 400 wurden wir aber den leisen Verdacht aber nicht los, die Wahl der Location könne auch mit dem teilweise schlechten Straßenzustand zusammenhängen. Jedenfalls konnte der Honda-Roller auf dem stark sanierungsbedürftigen Asphalt der Nebenstraßen den Trumpf seines hervorragenden Fahrwerks ausspielen. Unbeeindruckt von Rissen, Rillen und Löchern hielt der SW-T 400 stoisch seine Spur. Gleiches gilt für Autobahnfahrten, wo sich auch bei Spitzengeschwindigkeit im Fahrwerk keinerlei Unruhe feststellen ließ. Die Hinterradfederung lässt sich zudem über einen Drehknopf dem persönlichen Geschmack anpassen. Etwas Tribut fordert der lange Radstand von 160 Zentimetern allerdings in engen Kurven, wo ein wenig mehr Aufmerksamkeit gefordert ist. Mit dezenten Bewegungen am Gasgriff lässt sich der Kurs aber jederzeit wieder problemlos korrigieren.
Der 399-Kubik-Motor entfaltet seine Kraft via Automatik und Riemenantrieb sehr gleichmäßig. Mancher dürfte hier etwas leidenschaftlicheren Biss vermissen. Auf der Autobahn pendelt sich die Reise- bei der Richtgeschwindigkeit ein. Dann stehen 7000 Umdrehungen in der Minute an. 140 km/h sind ebenfalls problemlos möglich. Lediglich die 150 km/h erreicht der Twin nur mit etwas Mühe, wobei unter günstigen Bedingungen die Tachonadel aber auch bis zur 160er-Marke ausschlägt.
Wie bei Honda gewohnt, besticht auch der SW-T 400 durch tadelloses Bremsverhalten. Das Combined Braking System (CBS) aktiviert bei Betätigung des linken Hebels Hinter- und Vorderradbremse gleichzeitig, während rechts ganz klassisch nur vorne gestoppt wird. ABS ist serienmäßig. Zudem verfügt der SW-T 400 über eine Feststellbremse für den Seitenständer. Ein Hauptständer ist ebenfalls vorhanden. (ar/jri)
Daten: Honda SW-T 400
Motor (Bauart, Hubraum): flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder, 399 ccm
Max. Leistung: 28,7 kW / 39 PS bei 8000 U/min
Max. Drehmoment: 37,8 Nm bei 6500 U/min
Getriebe: Automatik
Tankinhalt: 16 Liter
Gewicht (vollgetankt): 250 kg
Höchstgeschwindigkeit: 148 km/h
Preis: 7100 Euro Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 24.04.2009
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