Prinz Heinrich und der Scheibenwischer

Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des letzten Deutschen Kaisers und Admiral der deutschen Kriegsmarine, hat der Nachwelt zumindest zwei Dinge hinterlassen. Das eine wurde für alle Autofahrer zur Selbstverständlichkeit; das andere erlebt eher sporadische Blütezeiten, weil es der Mode unterworfen ist. Die Rede ist von einer Mütze, die dem "Elbsegler" ähnelt und vom Scheibenwischer.

Ende März 1908 erhielt Prinz Heinrich das Patent auf einen Scheibenreiniger für die vordere Schutzscheibe an Kraftfahrzeugen. Erfunden hatte der Prinz und bekennende Autonarr den Scheibenwischer allerdings nicht, bereits 1903 hatte gewisser J. H. Apjohn einen manuell betriebenen Wischarm vorgestellt, der an einem festen Punkt des Fensterrahmens beweglich gelagert und drehbar war.

Dies war der eigentliche Vorfahr des Scheibenwischers. Aber mit dem ließ sich nur ein Teil der Scheibe säubern. Außerdem ärgerte den Prinzen die unbequeme Handhabung. So erfand der Tüftler, dem bereits 1899 als Erstem die Ehrendoktorwürde des Technischen Hochschule Berlin verliehen worden war, selbst einen Scheibenwischer und erhielt dafür das Patent DRP 204.343 erteilt.

Ein großer Erfolg war der kaiserliche Scheibenreiniger aber nicht. Den hatte zunächst England, das eigentliche Heimatland des Wischers. 1917 brachte dann O. E. Wall den elektrischen Scheibenwischer auf den Markt, und 1930 erfand der Engländer J. H. Derby die Scheibenwaschanlage mit mechanisch auf die Scheibe zu pumpendem Wasser. Der erste elektrische Scheibenwischer von Bosch kam 1926. (ar/Sm) Letzte Änderung: 30.03.2008









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