RAI in Amsterdam mit vielen Transporter-Premieren

Noch bis zum 3. November läuft in Amsterdam die "European Road Transport Show 2008", die große Nutzfahrzeug-Ausstellung der Niederlande. Sie bietet in diesem Jahr wieder einige Premieren wie der Volkswagen Caddy Maxi und der neue Iveco Massif sowie die neue Kleintransporterreihe von PSA und Fiat.

Andere kürzen, VW geht in die Länge und feiert auf der RAI Amsterdam die Premiere des Caddy Maxi als Nutzfahrzeug, in den Versionen Kombi und Kastenwagen. Volkswagen Nutzfahrzeuge rundet damit sein Angebot zwischen dem Segment der Stadtlieferwagen und dem Transporter B-Segment ab. Angeboten wird der um 47 Zentimeter verlängerte Caddy (Gesamtlänge 4.875 mm) mit einem Benzin- (75 kW/102 PS) und zwei Dieselmotoren. Neu im Programm ist der 103 kW/140 PS starke 2,0 TDI, Einstiegsmotorisierung bei den Selbstzündern ist ein1,9 TDI mit 77 kW / 105 PS, der optional mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG kombiniert werden kann. Weitere Daten: Ladekapazität bis 4,2 Kubikmetern, Zuladung 800 Kilogramm, Anhängelast 1500 Kilogramm, Ladefläche bis zu 2.250 Millimeter lang, bei Verwendung der Vario-Trennwand und des klappbaren Beifahrersitzes sind mehr als drei Meter möglich. Logisch, das Euro-Paletten locker in den Laderaum passen. Optional gibt es den Caddy Maxi Kastenwagen mit einer zweiten Schiebetür und auch mit einer Heckklappe anstatt der Flügeltüren auszustatten.

Iveco präsentiert auf der Nutzfahrzeug-RAI in Amsterdam sein komplettes Angebot, mit besonderem Schwerpunkt im Bereich Offroad für das Segment der leichten Nutzfahrzeuge. Neben dem Daily 4x4, einem Fahrzeug für Transportansprüche auch abseits befestigter Straßen, das erst kürzlich auf den Markt kam, präsentiert Iveco auf der RAI weltweit zum ersten Mal den Massif. Er rundet das geländegängige Spektrum von Iveco nach unten ab und stellt den Einstieg von Iveco ins Segment der Geländewagen dar. Nach einem ersten internationalen Auftritt - noch als Prototyp - als Begleitfahrzeug für die Itala-Expedition nach Peking feiert der Massif in Amsterdam sein offizielles Debüt auf internationaler Ebene. Iveco sieht den Massif im "ursprünglichen Design der klassischen und funktionellen Offroader", unbedarfte Zeitgenossen dürften ihn - verständlicherweise - mit dem Land Rover Defender verwechseln. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich mehr als verblüffend. Den Iveco Massif, der einst als Santana in Spanien gefertigt wurde, gibt es als 3- und 5-türigen Kombi, als Pick-Up sowie als Fahrgestell mit Fahrerhaus.

Im Gegensatz zum Massif ist der neue Daily 4x4 schon ein echtes Stück Tradition: Bereits 1985 präsentierte Iveco erstmals einen allradgetriebenen Daily. Das Fahrzeug gibt es als Fahrgestell mit Normalfahrerhaus (drei Sitze) und mit geräumiger Doppelkabine 6+1. Der Allrad-Laster ist mit dem 3.0 HPT-Motor (Leistung176 PS, maximales Drehmoment 400 Nm) ausgestattet und verfügt über permanenten Allradantrieb und drei schaltbare Differenzialsperren (vorne und hinten jeweils quer, einmal längs). Dazu gibt es 24 Vorwärtsgänge: zwölf für den gemischten Einsatz Straße/Gelände und zusätzlich zwölf für das Gelände. Den neuen Daily 4x4 gibt es in den Gewichtsvarianten 3,5 t und 5,5 Tonnen, jeweils mit den Radständen 3.050 mm und 3400 mm. Neben der Normalkabine wird bei dem längeren Radstand auch eine Doppelkabine ab Werk angeboten.

Citroën zeigt den neuen Nemo, ein Kleintransporter im besten Sinne des Wortes. Er ergänzt als Einstiegsmodell die drei bereits angebotenen Modelle Berlingo, Jumpy und Jumper. Der Kleine mit dem beziehungsreichen Namen soll die Antwort auf den immer dichter werdenden Verkehr in Ballungsräumen und Innenstädten sein. Mit kompakten Abmessungen, optimiertem Platzangebot, und durchdachter Ausstattung passt der Kleintransporter in die Zeit. Zudem ist der Nemo umweltfreundlich (119 g CO2 pro km mit Dieselmotor) und in Anschaffung und Betrieb günstig. Gratis dazu gibt's ein ansprechendes Design. Der Nemo ist gerade mal 3,86 Meter lang, damit ist er - seinem Einsatzzweck angemessen - agil und wendig, innenstadttauglich eben. Anständig ist die Transportkapazität von 2,5 Kubikmeter (2,8 bei umgelegtem Beifahrersitz) Ladevolumen und einer Nutzlast von gut 600 Kilogramm. Asymmetrische Flügeltüren am Heck und optional ein oder zwei große seitliche Schiebetüren erlauben den Zugang zum Laderaum. Praktisch am Nemo ist sein variabler Beifahrersitz Extenso: Der kann nicht nur umgeklappt, sondern auch völlig im Boden versenkt werden, was dem Laderaum zu Gute kommt.

Bei Fiat steht der Fiorino im Mittelpunkt des Interesses. Der kleine Italiener, ein Brüderchen des Nemo, stellt sich in Amsterdam zum zweiten Mal dem Fachpublikum, ab Februar 2008 komplettiert er die Produktpalette von Fiat Professional in Deutschland. Kennzeichnend für das Design sind seine bullige Front und das quadratische Heck mit Flügeltür. In den Abmessungen ist er mit dem Nemo identisch, 3,86 Meter lang, 1,72 Meter hoch und 1,71 Meter breit. Praxisorientiert sind sechs Verzurrösen im Laderaum und die mit 527 mm niedrige Ladekante. Fahrerairbag und ABS sind Serie, Beifahrerairbag und Seitenairbags gibt's auf Wunsch. Angetrieben wird der neue Fiorino wahlweise von einem 1,4-Liter-Benziner mit 54 kW/73 PS oder einem 55 kW/75 PS leistenden 1,3-Liter Multijet-Diesel. Den Selbstzünder gibt es mit Fünfgang-Getriebe bzw. einem halbautomatisierten Sechsgang-Schaltgetriebe.

Umweltfreundlich zeigt sich der Fiorino mit dem auf der RAI präsentierten Elektroantrieb, der von der Firma Micro-Vett stammt: Der Dreiphasen-Asynchron-Elektromotor ist mit einem Automatikgetriebe gekoppelt und für den (sauberen) Lieferverkehr in Innenstädten gedacht. Die Lithium-Ionen-Batterien des Elektro-Fiorino sollen eine Reichweite von 100 Kilometer garantieren und in sechs bis acht Stunden aufgeladen sein.

Ford zeigt sich in Amsterdam sportlich und präsentiert den Transit mit neuem 3,2 Liter TDCi-Motor, der aus fünf Zylindern üppige 200 Pferde (147 kW) antraben lässt, die ihre Kraft über die Hinterachse auf die Straße bringen. Das maximale Drehmoment von 470 Nm des nach Euro 4 eingestuften Aggregats ist über ein breites Drehzahlband von 1.700 bis 2.500 U/min abrufbar, der Motor ist nur in Kombination mit Sechsgang-Schaltgetriebe zu bekommen. Leistungsgesteigert sind die 2,2 Liter-TDCi-Diesel für die Transit-Varianten mit Frontantrieb: Statt 130 gibt es jetzt 140 PS, kombiniert mit einem neuen 6-Gang-Handschaltgetriebe. Ebenfalls neu: Künftig gibt es verschiedene Ford Transit-Varianten mit einer Nutzlast von maximal 2,7 Tonnen (bislang maximal 2,4 Tonnen). Und auf Wunsch ist ein von 80 auf 103 Liter vergrößerter Kraftstofftank für alle heckgetriebenen Transit-Diesel zu haben.

ESP ist ab 30. Oktober nun auch für die Ford Transit-Fahrgestelle, für das Ford Transit FT 350-Fahrgestell mit Flachboden (genutzt als Chassis für Wohnmobile) sowie für die Ford Transit-Versionen mit Zwillingsbereifung serienmäßig zu haben. Ebenfalls serienmäßig für alle Ford Transit mit Dieselmotoren: der neue Berganfahr-Assistent HLA (Hill Launch Assist), der verhindert, dass das Fahrzeug beim Anfahren an einer Steigung ungewollt zurückrollt, wenn die Bremse gelöst wird.

Gemeinsam mit dem Citroën Jumpy und dem Fiat Scudo wurde der Peugeot Expert in Amsterdam zum "International Van of the Year 2008" gekürt. Zusammen mit den beiden Partnern aus Italien und Frankreich wurde erneut ein Transporter aufgelegt, der kommt bei Peugeot unter dem lustigen Namen Bipper auf den Markt. In den Abmessungen gleicht er dem Nemo und Fiorino, bei Peugeot gibt es für den Kleinst-Laster einen 1,4 Liter-Benzinmotor mit 54 kW/73 PS und einen 1,4 Liter-HDi-Diesel mit 50 kW/68 PS, der als Sonderausstattung auch mit automatisiertem Schaltgetriebe zu haben sein wird.

Potenzieller Wettbewerber ist der neue Kangoo Rapid Express, mit dem Renault erstmals die Kurzversion des neuen Kompakttransporters der Öffentlichkeit vorstellt. Auch der 3,83 Meter lange Renault (Breite 1,82 Meter, Höhe 1,80 Meter) ist auf den Einsatz im innerstädtischen Lieferverkehr zugeschnitten. Er bietet je nach Version zwischen 2,3 und 2,9 Kubikmeter Ladevolumen. Im Vergleich zur neuen Generation des Kangoo Rapid ist der Kompakte 38 Zentimeter kürzer, das kommt dem Wendekreis zu Gute: 9,4 Meter machen selbst den dicksten Stadtverkehr erträglich. In den Laderaum passt eine Europlatte, die Laderaumlänge liegt bei 1,34 Meter (Laderaumbreite zwischen den Radkästen: 1,21 Meter). Die Variante mit zusammenklappbarem Beifahrersitz bringt es auf eine nutzbare Laderaumlänge von 2,11 Meter, zudem gibt es auch eine Version ohne Beifahrersitz (Laderaumlänge: 2,54 Meter, Stauvolumen: 2,9 Kubikmeter).

Volles Programm bei leichten Nutzfahrzeugen auch bei Nissan, wo man die gesamte Modellpalette zeigt und mit einer 129-PS-Variante des 2,5-Liter großen Vierzylinder-Diesels den einfachen Arbeits-Pick-Up wieder aufleben lässt. Die starke Nachfrage nach einem "echten Arbeitstier" war der Hintergrund für die zusätzliche Motorvariante für den Pick-Up. Der 2,5-Liter-Turbodiesel erfüllt die Abgasgrenzwerte nach Euro 4 und leistet 95 kW/129 PS, sein maximales Drehmoment beträgt 294 Nm, die Zuladung liegt bei 1.115 Kilo. Es bleibt, wie gewohnt, beim Allradantrieb mit zuschaltbarer Vorderachse. Den Pick-Up mit dem 129-PS-Aggregat wird es als Einzelkabiner, mit halblanger King Cab und als fünfsitzigen Doppelkabiner geben. (ar/gp) Letzte Änderung: 29.10.2007
Peugeot Bipper. Foto: Auto-Reporter/Peugeot
Peugeot Bipper. Foto: Auto-Reporter/Peugeot
Iveco Massif. Foto: Auto-Reporter/Iveco
Iveco Massif. Foto: Auto-Reporter/Iveco


Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen ShortNews Webnews logo Twitter Icon






Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:

Autonews Archiv
Aktuelle Umfrage
Bus & Bahn:
Kfz-Newsletter
Jede Woche die aktuellen News über neue Autos, Termine und Unterhaltsames aus der Kfz-Branche
Newsletter abonnieren

Sie sind hier: Startseite > Autonews > Archiv > Oktober 2007 > RAI in Amsterdam mit vielen Transporter-Premieren