Rallye Dakar 2007 : Mitsubishi vorn - Drama für VW

Die blauen Wüstenreiter aus Wolfsburg erleben auf der neunten von 15 Tagesetappen der berühmt-berüchtigten Rallye Dakar ein sportliches Drama. Der Volkswagen-Traum vom ersten Diesel-Sieg ging in Rauch auf, als Spitzenreiter Giniel De Villiers durch einen Motorbrand an seinem Race Touareg 2 (wohl nach Turbolader-Schaden) die Führung in der Gesamtwertung verlor und von einem Racetruck ins Etappenziel geschleppt werden muss. Schon gestern ereilte die bis dahin stark agierende VW-Truppe ein herben Rückschlag: Carlos Sainz verlor nach technischen Problemen (Servolenkung) rund 1,5 Stunden und halbierte die bis dahin bestehende Doppelspitze.

Die Dakar 2007 stand ganz im Zeichen des Duells Blau gegen Rot, Herausforderer gegen Platzhirsch oder Diesel gegen Benziner. Das Mitsubishi-Quartett verschlief den Start und schon fand sich der Gejagte erstmals in der Rolle des Jägers. "In Europa ging es um Sekunden und in Marokko um Minuten. Hier in Mauretanien ist eine halbe Stunde fast nichts", rechnete Stéphane Peterhansel am zur Halbzeit am Samstag noch vor und verwies auf seinen Kupplungswechsel der ihn jene 30 Minuten kostete, die er bis dahin zurücklag. Zur Halbzeit stand der Seriensieger noch ohne Etappenerfolg da. VW dagegen lag bei fünf von sieben Tagesritten (1x Sousa, 3x Sainz, 1x De Villiers) vorn. "Völlig zurecht", freute sich VW-Sportchef Kris Nissen zu diesem Zeitpunkt noch. "Unser Auto kann es und unser Team auch. Wir wollen und können gewinnen." Mitsubishi-Feldherr Dominique Serieys hielt dagegen: "Uns reicht es, einmal vorne zu sein, am Schluss! Bei allem Respekt vor der Leistung des VW-Teams, aber die Rallye ist noch nicht beendet." Er sollte Rechte behalten.

Seriensieger Mitsubishi überstand die aus zwei Tagesetappen zusammengesetzte Marathonprüfung gestern und heute (Serviceverbot) ohne große Probleme. Die rote "Scuderia Mitsubishi" übernahm mit den Dakar-Gewinnern Stéphane Peterhansel (2004/2005) und Luc Alphand (2006) die Spitze. Auf Rang drei folgt dennoch ein Diesel. Mit Respektabstand von 1,23 Stunden liegt Nasser Al-Attiyah im BMW X3 CC des privaten X-raid BMW Teams von Sven Quandt nur zwei Minuten vor dem anstürmenden Jean-Louis Schlesser im besten Zweirad-angetriebenen Buggy. (ar/rk) Letzte Änderung: 15.01.2007









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