Rallye Dakar 2008 wird besonders anspruchsvoll
Das scheint Lavigne gelungen zu sein. Einen "Kindergeburtstag" wie im Vorjahr, als fast 60 Prozent der Teilnehmer das Ziel sahen (2006 waren es 40,6 Prozent, 2005 nur 31,2 Prozent) und viele die allzu leichten Pisten monierten, soll es nicht mehr geben.
Für die rund 570 Teilnehmer (245 Motorräder, 205 Autos, 100 Renntrucks und 20 Quads) stehen bei den insgesamt 9273 Kilometern allein 5736 Wertungskilometer auf dem Programm. Das sind 1400 mehr als im vorigen Jahr - satte 33 Prozent. Ein zweitägiges Warm-up in Portugal und spätestens auf afrikanischem Boden ist Schluss mit lustig: Vier Tagesetappen mit insgesamt 1680 Sonderprüfungs-Kilometern (700 km mehr als 2007) versprechen nicht nur eine harte, sondern zudem extrem zügige Marokko-Durchquerung. "Hier werden die Positionen für die kernigen Dünenpassagen bezogen", ist sich Guerlain Cicherit, französischer Jungstar im X-raid BMW Team sicher. "Vorsicht, in Marokko kann man mehr verlieren als gewinnen", warnt Mitsubishis Vorjahressieger Stéphane Peterhansel. "Die Turbodiesel von VW und BMW sind uns auf diesen schnellen Passagen überlegen. Doch das macht nichts, die Entscheidung fällt in Mauretanien und das Terrain liegt uns."
Volle acht Tage tourt die Dakar diesmal durch Mauretanien. Dabei sollen beim Herzstück der Marathontour 3853 Prüfungskilometer (67 % der Wertungsstrecke) und insgesamt 5188 Kilometer (56 % der Gesamtdistanz) absolviert werden - inklusive den beiden Marathonetappen (11. und 12.Januar sowie 16. und 17.Januar), auf denen kein regulärer Service erlaubt ist. Michel Périn, Co-Pilot im VW Race Touareg des frisch gebackenen Weltcup-Gewinners Carlos Sainz: "Eine anspruchsvolle Aufgabe sowohl für die Fahrer als auch für uns Navigatoren. Mit den riesigen Ergs und mächtigen Dünenmeeren kehrt die Dakar zu ihren Wurzeln zurück." Sein VW-Kollege Dirk von Zitzewitz ergänzt: "Vieles ist neu oder so alt, dass es niemand mehr kennt. Es wird eine große Herausforderung." Auch für die Veranstalter: Nach einem Übergriff auf Touristen sind die Rallye-Macher vorige Woche nach Mauretanien geflogen, um mit den Behörden die Sicherheitslage zu prüfen, oder ob die Rallye über Alternativrouten führen muss.
So oder so, die 30. Rallye Dakar wird eine Tortour bleiben. Der alte Abenteurer-Geist der Teilnehmer wird sich freuen. Letzte Änderung: 02.01.2008
Michel Périn. Foto: Auto-Reporter/Volkswagen
Vorjahressieger Stéphane Peterhansel und Co-Pilot Jean-Paul Cottret. Foto: Auto-Reporter/Mitsubishi
Die Dakar beginnt am 5. Januar in Lissabon und endet am 20. Januar in Dakar. Skizze: Auto-Reporter/Kuhn
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