Renault-Chef Ghosn: 95 Euro pro Gramm sind Irrsinn

Nach den deutschen Automobilherstellern hat nun erstmals auch Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn die geplanten Strafzahlungen an die EU bei Überschreiten der CO2-Grenzwerte scharf kritisiert. In einem Gespräch mit "Auto Motor und Sport" bezeichnet Ghosn die Höhe der Zahlungen als Irrsinn, obwohl Renault vornehmlich Klein- und Mittelklassewagen produziert und deutlich geringer unter den Zahlungen leiden würde.

"Eine Strafe von 95 Euro pro überschüssigem Gramm CO2 wäre das Ende der Industrie", erklärte Ghosn. Der Marktpreis beim Emissionshandel für CO2 liege bei nur 20 Euro pro Tonne. "Wir verstehen diese Diskrepanz nicht. Was ist das für eine Logik? Warum nicht gleich 1000 Euro? Zumal der Autosektor allein zwischen 12 und 14 Prozent des CO2-Ausstoßes ausmacht, der Transport-Sektor insgesamt 22 Prozent. Sollen die anderen 78 Prozent der Emittenten weiterhin 20 Euro zahlen dürfen? Das ist Irrsinn." Generell sieht Ghosn aber die CO2 für Renault eher als Chance, denn der Fokus beim Kunden werde auf den A-, B- und C-Segmenten liegen, in dem Renault am stärksten aufgestellt sei.

Besondere Wachstumschancen sieht Ghosn in der Produktion eines Billigautos für den indischen Markt in Kooperation mit dem Motorrad-Hersteller Bajaj Auto nach Vorbild des Tata Nano. Ghosn: "Es wird ein anderes Auto, kommt aber im gleichen Preissegment." Der Marktstart erfolge spätestens 2011. Einen Export nach Europa schließt Renault aus. (ar/Sm) Letzte Änderung: 24.02.2008









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