Renault-Nissan-Chef Ghosn will Klarheit über Kooperation bis Mitte Oktober
Ghosn sagte, es sei klar erkennbar, dass Synergien möglich seien. Allerdings komme eine Kooperation nur in Frage, wenn eine stabile Allianz ohne Schwächung eines Partners zustande komme. Ende vergangener Woche hatten US-Medien berichtet, eine mögliche Allianz zwischen dem US-Autoriesen und dem französisch-japanischen Konzern stehe vor dem Aus. Die Unternehmen hatten Mitte Juli Verhandlungen über eine Kooperation begonnen und sich 90 Tage zur Prüfung einer Allianz eingeräumt. Weil die Restrukturierungspläne von GM schneller greifen als erwartet, sei eine Zusammenarbeit nicht mehr interessant, hieß es.
Initiiert hatte die Verhandlungen der GM-Großaktionär Kirk Kerkorian. Der Milliardär hält zehn Prozent der GM-Aktien und hatte hinter dem Rücken der GM-Führung Kontakt zu Renault-Nissan-Chef Ghosn aufgenommen. Eine Konsolidierung des weltgrößten Autobauers läge massiv im Interesse Kerkorians. Im Jahr 2005 hatte GM ein Minus von 10,6 Milliarden Dollar verbucht. Das Unternehmen will 35 000 Arbeitsplätze abbauen.
Jetzt sollen abschließende Gespräche am Rande des Pariser Autosalons stattfinden. Während GM wohl nur an einer Zusammenarbeit an einzelnen Baureihen interessiert ist, durchleuchtet Renault-Nissan systematisch alle Unternehmensteile auf Möglichkeiten der Kooperation. Möglicherweise rückt jetzt wieder das Interesse von Ford an einer Kooperation mit Renault-Nissan in den Mittelpunkt. Die krisengeschüttelte Nummer zwei auf dem US-Markt hatte Renault Medienberichten zufolge eine Allianz vorgeschlagen, falls die Verhandlungen mit GM über eine Kooperation scheitern. (ar/sb) Letzte Änderung: 25.09.2006
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