Rohstoffe aus exportierten Gebrauchtwagen sollten genutzt werden
Nachdem die exportierten Gebrauchtwagen oft noch viele Jahre in den Importländern fahren, werden sie nach ihrer endgültigen Stilllegung wegen fehlender Recyclingeinrichtungen unsachgemäß entsorgt. Dabei gehen die Rohstoffe verloren. Im Herbst 2006 untersuchten das Öko-Institut und die Firma Umicore, im Auftrag des Umweltbundesamt (UBA), am Beispiel des Hamburger Hafens, wie sich exportierte "Gebrauchte", besser entsorgen lassen. Händler, Reeder, Spediteure und weitere am Export beteiligte Firmen sollten für eine verbesserte internationale Recyclingwirtschaft gewonnen werden, um die Verwertung alter Autos zu verbessern. Die ohnehin verbotenen Exporte fahruntüchtiger Autowracks in Länder ohne Recycling-Technik sind in der Praxis effektiver einzuschränken.
Vom Hamburger Hafen aus gehen jährlich etwa 100 000 bis 130 000 gebrauchte Autos nach Westafrika. Fast alle Fahrzeuge enthalten Edelmetalle wie Platin, Palladium oder Rhodium. Die Herstellung dieser Edelmetalle ist mit relativ großen Umweltbelastungen verbunden: Ein Gramm Platin verursacht in der Primärherstellung soviel Treibhausgase wie fünf Kilogramm Kupfer, ein Gramm recyceltes Platin dagegen nur einen Bruchteil davon.
In den Exportregionen findet kein zufriedenstellendes Recycling der Metalle statt. Es gibt durchaus wirtschaftliche Anreize für die professionelle Rückführung der Rohstoffe aus ausrangierten Fahrzeugen, denn ein Alt-Kat allein kann einen Wert von mehreren zehn Euro haben. Hierfür könnten Reedereien auf dem Hinweg Gebrauchtwagen einführen und auf dem Rückweg freien Transportraum für die Wertstoffe aus den ausgedienten Autos nutzen.
Außerdem sind klare Kriterien wichtig für die Abgrenzung zwischen Gebrauchtgütern, die sich in Importländern weiter nutzen lassen, und Abfall, der nicht zur Verwertung in Länder ohne ausreichende Technik und Infrastruktur geschickt werden darf. Es sei unverantwortlich gefährlichen Abfall in Länder zu exportieren, die über keine adäquaten Entsorgungsstrukturen verfügen, sagte das Umweltbundesamt. Als Vorbild könnte hier die EU-Leitlinie für Elektro- und Elektronikgeräte dienen, die seit 2007 Vollzugsbehörden dabei unterstützt, Geräte in Gebrauchtgüter und Abfälle zu unterteilen. (ar/nic) Letzte Änderung: 01.08.2007
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