Rund 20 laute Ladepumpen-DKW kommen zum Schottenring
Die legendären DKW werden zweimal täglich in Sonderläufen an den Start gehen. 1938 hatte der Ewald Kluge auf seiner 250er nicht nur die Europameisterschaft mit der höchst möglichen Punktzahl gewonnen, er gewann auch als erster Deutscher auf einer nicht englischen Maschine das berühmteste Motorradrennen der Welt - die sagenumwobene Isle of Man. Das schrille Kreischen von Kluges Maschine soll der Legende nach bei entsprechendem Wind von der Insel in der irischen See bis zum englischen Festland zu hören sein gewesen.
Von den etwa 150 gebauten DKW-Ladepumpen-Rennmaschinen aus den 1930er-Jahren haben einige überlebt. Die Klassikabteilung Audi Tradition bringt insgesamt sieben davon an den Schottenring. Ausgestellt werden hierbei die DKW US 250 Kompressor von 1939 und das Gespann DKW UL 700 von 1936. Beide sind Einzelstücke - die letzten Überlebenden einer Epoche. Angeworfen werden außerdem die DKW ORe 250 (1929), die DKW SS 250 (1935), die DKW SS 250 (1938), die DKW SS 250 (1939) und die DKW SS 350 von 1939. Auf den historischen Maschinen nehmen unter anderen zwei große Motorsportler Platz, die sich ganz besonders auf dieses Wochenende freuen: Ralf Waldmann, zweifacher Motorrad-Vize-Weltmeister in der 250er Klasse, und der zweifache deutsche Rallye-Meister Harald Demuth, der nach vielen Einsätzen für Audi Tradition sein Debüt auf dem Motorrad geben wird.
Über persönliche Kontakte konnte Audi Traditon noch weitere Besitzer von DKW-Ladepumpen-Rennmotorrädern nach Schotten einladen. Damit kommt es am Schottenring 2010 zum ersten großen Aufeinandertreffen dieser berühmten Rennmaschinen seit 1939.
Mit an den Start bringt Audi drei weitere Rennmaschinen, die in den 1950er-Jahren sehr erfolgreich waren. Eine NSU 500 Kompressor, eine DKW RM 350 und eine DKW RT 175 GS von 1956. Im gleichen Jahr wurde Gustl Hobl Vize-Weltmeister auf seiner RM 350, der so genannten "Singenden Säge". Hobl, in seinem 80. Lebensjahr, kommt noch einMal zum Schottenring und wird auf seinem alten Motorrad noch eine Runde fahren - seine ultimativ letzte für Audi Tradition. Auch Heinz Klingenschmidt, deutscher Cross-Meister in den Fünfzigern, dreht am Schottenring vor großem Publikum auf seiner Geländesport-Maschine die offiziell letzte Runde. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 06.08.2010
Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
- Klassikwelt Bodensee hat ihre Pforten geöffnet
- Angeflanschtes von Rudi Mentär: Der fünfte Gang lag im Handschuhfach
- "Stromburg-Classic": Lafer und Lichter laden zu Oldtimern und neuer...
- Motor-Welt Berlin wirft einen Blick auf DDR-Fahrzeuge
- Jean Todt schaute bei Kienle nach seinem Mercedes-Benz 300 SL


