Schmiergeldaffäre: Zahl der Verdächtigen steigt
Bei dem Seat-Mitarbeiter soll es sich um einen 46 Jahre alten Mann handeln. Bereits Ende Juli waren Hinweise zu einer möglichen Verwicklung eines Beschäftigten von Seat in die Affäre aufgetaucht. Volkswagen arbeitet bei der Aufklärung der Vorwürfe nach eigenen Angaben intensiv mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Insgesamt wird nun gegen vier Autobauer und elf Zulieferer ermittelt, 20 Mitarbeiter insgesamt sind betroffen. Unter Verdacht stehen unter anderem auch die Unternehmen Lear (USA), Grammer, Altmärker Kunststoff Technik und Magna International (Österreich).
Im Fall des Zulieferers Dräxlmaier soll ein Mitarbeiter einen BMW-Einkäufer mit einem sechsstelligen Betrag bestochen haben, um Aufträge zu erhalten. Er wurde dem Blatt zufolge sofort von seinen Aufgaben entbunden. Ob auch andere Firmenvertreter von Dräxlmaier-Mitarbeitern bestochen wurden, ist nicht bekannt. Zu den größten Kunden des Unternehmens gehören neben BMW auch Daimler-Chrysler, Porsche, Volkswagen und Toyota.
Der wegen der Korruptionsaffäre unter Verdacht der Mitwisserschaft stehende Chef des französischen Zulieferers Faurecia, Pierre Lévi, war vergangene Woche zurückgetreten. Lévi begründete den Schritt mit den in Deutschland laufenden Ermittlungen. Er wolle weiteren Schaden von Faurecia abwenden, hieß es. Lévi hatte zugegeben, von Schmiergeldzahlungen an Mitarbeiter der Unternehmen Volkswagen, BMW und Audi gewusst zu haben, um Aufträge zu sichern. Angeblich hatte sich VW-Chef Bernd Pischetsrieder bei PSA-Chef Jean Martin Folz dafür stark gemacht, Lévi abzulösen. Faurecia-Mitarbeiter sollen seit 1998 jährlich zwischen 600 000 und 800 000 Euro an deutsche Einkaufsmanager gezahlt haben, um sich Vorteile bei der Auftragsvergabe zu sichern. (ar/sb) Letzte Änderung: 07.08.2006
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